Vorstoß für Ganztags-Grundschule

Beschlossen ist noch nichts. Aber die Idee, die Grundschule Heidstock zur gebundenen Ganztagsschule zu machen, stieß am Donnerstagabend im Völklinger Rats-Ausschuss auf offene Ohren. Der Ganztagsbetrieb und der dafür nötige Schul-Umbau würden allerdings den Stadthaushalt mit sechsstelligen Beträgen belasten.

Die Grundschule Heidstock/Luisenthal will eine gebundene Ganztagsgrundschule werden. Im Gegensatz zur bisher freiwilligen Form müssten dann alle Kinder bis 16 Uhr in der Schule bleiben. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde das Thema am Donnerstagabend in den Ausschüssen Kinder, Jugend und Soziales und Grundstücks- und Gebäudemanagement (GGM) des Völklinger Stadtrates beraten.

Die Sozialdemokraten unterstützen die Initiative der Schule. Eine gebundene Ganztagsgrundschule, erläuterte Fraktionschef Erik Kuhn in seinem Antrag, gewährleiste eine individuelle Förderung. Zudem sei die Teilnahme im Gegensatz zur freiwilligen Ganztagsschule kostenfrei. "Die SPD-Fraktion wird für solch eine Einrichtung stehen", betonte Kuhn in der Sitzung.

Von den anderen Parteien kamen keine grundsätzlichen Einwände. Gerold Fischer sagte, die Grünen gehörten zu den Befürwortern eines Ganztags-Schulsystems. Die CDU , erklärte Gisela Rink , sei nicht gegen eine gebundene Ganztagsschule. Wichtig sei aber, die Betroffenen mit einzubeziehen. Schulleiterin Heike Schmidt-Petersohn berichtete dem Ausschuss, dass bisher noch keine umfassende Elterninformation stattgefunden hat.

In mehreren Redebeiträgen betonten Stadtverordnete, wie wichtig Wahlfreiheit für die Eltern sei. Diese ist zurzeit jedoch nur im weiterführenden Bereich gesichert, die Hermann-Neuberger-Schule ist die einzige gebundene Ganztagsschule in Völklingen .

Über den Antrag der Heidstocker Schule wird wohl bei den Haushaltsberatungen entschieden. Die Umwandlung wäre für die Stadt als Schulträger nämlich mit erheblichen Kosten verbunden. Luisenthaler und Heidstocker Kinder, die die gebundene Ganztagsgrundschule nicht besuchen möchten, müssten an einen anderen Schulstandort transportiert werden. An den Personalkosten, die Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) vorrechnete, würde sich das Bildungsministerium beteiligen. Nach der kompletten Umwandlung der Schule blieben an der Stadt in diesem Bereich etwa 140 000 Euro jährlich hängen.

Gefördert würde auch der Umbau des Schulgebäudes. Die Hälfte der Kosten von knapp 600 000 Euro übernähme das Land. "Ich denke, das ist finanzierbar", sagte Lorig.

Mit Blick auf die Baukosten sprach Hartmut Duchêne vom Bildungsministerium von der mit Abstand günstigsten Variante im Saarland. Auf dem Heidstock sei eine Ganztags-Unterbringung der Schüler im bisherigen Gebäude-Bestand möglich. Die Pläne, die Stephan Michely und Beate Ludes vom GGM vorstellten, bestätigten, dass keine zusätzlichen Flächen benötigt werden. Durch Umbaumaßnahmen könnte man genügend Platz schaffen für Unterrichts-, Verpflegungs- und Freizeitbereich.