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Köllerbach
Vorläufiges Ende einer „Seuchensaison“

 Zweikampf zwischen dem Köllerbacher  Gianni Gotthardt (rechts) und dem Bouser Steven Vogl.
Zweikampf zwischen dem Köllerbacher Gianni Gotthardt (rechts) und dem Bouser Steven Vogl. FOTO: Ruppenthal
Köllerbach. Nach einem gelungenen Saisonstart wurden die Sportfreunde Köllerbach vom Verletztungspech verfolgt. Von Mirko Reuther

Die Sportfreunde Köllerbach haben in der Fußball-Saarlandliga eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Nach fünf Spieltagen lagen die Köllerbacher ungeschlagen auf Platz eins. Es folgten acht Partien, in denen nur noch ein einziger Sieg gelang. Tiefpunkt: die deftige 0:6-Auswärtsklatsche beim SV Auersmacher Mitte Oktober. Zuletzt konnte sich Köllerbach wieder steigern und überwintert in der vorderen Tabellenhälfte auf Platz neun. Der Rang ist aber trügerisch. Sechs Punkte Vorsprung auf einen möglichen Abstiegsplatz sind kein Grund zur Panik. Zu den Akten legen kann Köllerbach das Thema Abstiegskampf aber auch noch nicht.



Verwunderlich ist es nicht, dass die Mannschaft von Spielertrainer Robin Vogtland nicht mehr wie in der Vorsaison ganz vorne mitmischt. Mit Kapitän Mohamed Benghebrid, Torwart Marlon Beckinger sowie den Feldspielern Jan Issa, Nikola Petrov, Romuald Houllé und Ricardo Hamann hatten den Verein vor der Saison ein halbes Dutzend Stammspieler verlassen. Dennoch war man bei den Sportfreunden vor dem Start der Runde optimistisch. Auch weil man mit dem ehemaligen deutschen Jugendnationalspieler Gianni Gotthardt und dem ehemaligen französischen Jugendnationalspieler Samir Louadj im Mittelfeld hochkarätigen Ersatz verpflichten konnte. „Spielerisch müssen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken. Nur in der Breite sind andere besser aufgestellt als wir“, meinte der neue sportliche Leiter Dogan Coskun im August.

Der gelungene Saisonstart der Köllerbacher schien diese Sicht zu stützen. Doch dann wurde die Mannschaft von Personalproblemen aus der Bahn geworfen. Schon seit Saisonbeginn fehlten Routinier Davit Bakhtadze (Schulter-OP) und Mittelfeldspieler Mergim Kuqi (Fuß-OP). In den ersten Saisonspielen verletzten sich dann Georgios Anastasopoulos,Yacine Hedjilen, Mike Seewald, Niklas Ramminger und Valentin Solovej. Vor allem der Ausfall von Stürmer Solovej wog schwer. Der Kapitän, der wegen eines Armbruchs ausfeil, wurde schmerzlich vermisst. Köllerbach traf in 19 Spielen bislang 24 mal –  seltener als Schlusslicht FSG Bous (26). Ein geordneter Trainingsbetrieb war mit dem Rumpfkader kaum möglich. Zeitweise verloren sich nur sieben Akteure bei den Übungseinheiten. „Bei uns sind viele Spieler nicht fit. Nicht weil wir zu wenig arbeiten, sondern weil die Hälfte der Mannschaft verletzt war und Trainingsrückstand aufholen muss“, sagte Hedjilen im September. „Es ist eine Seuchensaison“, klagte Vogtland auch noch im Oktober. Und wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass er selbst, Außenverteidiger Basel Mohammad und Gianni Gotthardt danach ebenfalls wochenlang ausfallen würden. „Wir müssen uns damit abfinden, dass es diesmal nicht reicht, um oben mitzuspielen.

Kritischer sah es Bernd Gillet: „Wir sind schon ein wenig enttäuscht. Wir hatten viel Pech, aber in den meisten Spielen stand trotzdem eine gute Saarlandliga-Mannschaft auf dem Platz. Wenn wir zum Saisonende immer noch in Abstiegsgefahr stecken, haben wir einige Dinge falsch gemacht“, sagte der Köllerbacher Sportvorstand nachdem die Mannschaft vor zwei Wochen nur noch drei Punkte vor einem Abstiegsplatz lag. Nach einem 2:0-Erfolg am letzten Spieltag über den SC Halberg-Brebach überwintert Köllerbach nun auf einem versöhnlichen neunten Rang. Und auch in der Pokalrunde ist die Mannschaft noch vertreten. Am 15. März spielt Köllerbach beim Verbandsligisten FC Noswendel Wadern um den Einzug ins Halbfinale. „Bis zum Winter müssen wir auf die Zähne beißen und in der Pause hart dafür arbeiten, dass wir eine erfolgreiche Rückrunde spielen“, forderte Spieler Mike Seewald.