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Freibad Völklingen: Vor dem Badespaß steht die Arbeit

Freibad Völklingen : Vor dem Badespaß steht die Arbeit

Etwa eineinhalb Monate Vorarbeit braucht es, bis das Völklinger Freibad fertig ist für die Saison. Bald öffnen sich die Tore wieder für die Badegäste.

Intensives Vogelgezwitscher, dazu ein leises Plätschern vom Köllerbach nebenan. Sonnenschein, der sich in den blanken Edelstahlbecken spiegelt. Am Morgen erwachende Natur in voller Wachstumsphase: Die pure Idylle offenbart sich denen, die an diesem Morgen auf dem Gelände des Völklinger Freibades sind. Es sind jedoch nicht viele. Denn das Erlebnisbad Köllerbachtal, wie es offiziell heißt, ist an diesem schönen Frühlingstag Ende April noch gar nicht für Badegäste geöffnet. Erst am Pfingstsamstag beginnt die neue Saison (siehe Infokasten). Und bis dahin ist noch einiges zu tun. Deswegen sind an diesem Morgen sechs Männer und Frauen hier am Arbeiten. Die Idylle gibt’s für sie nebenher.

Eine Frau ist mit Putzeimer und Co. in Nähe des Hauptgebäudes zugange, ein anderer wird gleich dem Unkraut zwischen den Klinkern am Boden zu Leibe rücken. Und Saisonkraft Dirk Öhlsen, 46, widmet sich noch anderen Aufgaben auf dem insgesamt 32 000 Quadratmeter großen Gelände, bis der Morgentau auf den Liegewiesen etwas verflogen ist. Dann heißt es: Rasenmähen. Das wird in den nächsten Tagen und Wochen noch öfter der Fall sein. „Schätzungsweise noch drei bis vier Mal bis zu Öffnung muss gemäht werden“, sagt er, „wenn gedüngt wird, wächst das Gras noch schneller.“

Drei Becken gibt es hier am Waldrand. Vor dem etwa 100 Quadratmeter großen Bewegungsbecken steht Thomas Schneider, 47. Der Betriebsleiter der Völklinger Bäder schaut regelmäßig nach dem Fortgang der Arbeiten und ist zufrieden: Alles ist im Zeitplan. Seit Anfang April, teilweise sogar schon seit Anfang März, erzählt er, sind seine Leute hier zugange. Zuerst waren die Grünanlagen dran, die Rabatten mussten zurückgeschnitten, der Rasen gepflegt, das Unkraut gerupft werden und vieles mehr. Jetzt, vor der baldigen Öffnung, steht auch die Reinigung in den Gebäuden an.

Die Becken wurden kürzlich geleert. Jetzt erst?, fragt der verwunderte Laie. Ja, sonst hätte Grundwasser die Becken zusammendrücken können, erklärt der Fachmann. Becken ablassen, grob reinigen, den Edelstahl durch eine Fachfirma pflegen lassen: Diesen Prozess bezeichne man als „Absäuern“, erzählt er weiter. Nun werden das Bewegungsbecken, das Schwimmerbecken und das Planschbecken aufgefüllt. Etwa eine Woche dauert das. Das Bewegungsbecken ist an diesem Tag schon halb gefüllt, Pollen treiben träge auf der Oberfläche. Filter werden später das Wasser reinigen.

„Chlor kommt rein, sobald die Anlage in Betrieb ist“, erklärt Schneider. Etwa 14 Tage brauche es, „bis sich die Werte eingependelt haben“. Es folgen die Untersuchungen des Wassers durchs Gesundheitsamt. Und dann kann es losgehen.

Schneider schaut sich um: „In der Regel geht über den Winter immer irgendetwas kaputt, platzen zum Beispiel Fliesen. Doch dieses Mal war das nicht der Fall, das ist gut.“ Ebenfalls positiv: Auch sonst gab es keine besonderen Vorkommnisse wie Vandalismus oder Ähnliches auf dem Gelände, das seit 10. September verwaist war. Im Winter, so erzählt er weiter, habe man regelmäßig kontrolliert.

Aber auch das normale Vorbereitungsprogramm nimmt genug Zeit in Anspruch, etwa eineinhalb Monate. Deswegen habe er auch nicht gezuckt, als es plötzlich so warm wurde und das Freibad noch geschlossen war: „Das ist Terminarbeit“, sagt Schneider. Es dauere eben, bis alles so weit sei.

Die Eintrittspreise bleiben, sagt er, vier Euro für Erwachsene, zwei Euro für Kinder. Gibt es sonst Neuerungen? Invesitionen? Vier neue Sonnenschirme werden angeschafft, sagt der Schwimmmeister. Und der Parkplatz links neben dem Eingang, von Wildschweinen arg zerwühlt, soll erneuert werden. Mit einer Drainage und Schotter. Weitere Kosten? „Wenn die Becken gefüllt sind und die Anlage in Betrieb genommen wird, könnte es sein, dass sich eine Pumpe verabschiedet, dann wäre auch die zu ersetzen.“

Dirk Öhlsen überprüft die Armaturen im Kinderbecken. Jede Schraube wird nachgezogen, alles wird vor der Öffnung kontrolliert.   Foto: BeckerBredel

In der vergangenen Saison waren etwa 68 000 Besucher im Völklinger Freibad. Wie es dieses Jahr wird, ist natürlich nicht abzusehen. Ganz allgemein, sagt Betriebsleiter Schneider, kommen mehr Menschen bei einer länger andauernden Schönwetterperiode. Ein wettertechnisches Hin und Her sei dagegen abträglich. Und egal, mit welchen Temperaturen der Pfingstsamstag aufwartet: „Das Bad öffnet an diesem Tag auf jeden Fall“, versichert Schneider. Und noch eines ist sicher, sagt er und blickt auf das parkähnliche Gelände am Waldrand im Sonnenschein: „Ich freue mich auf die Saison!“