Vollgas hinterm Ortsausgang

Am Ende der Lauterbacher Straße in Ludweiler Richtung Lauterbach wird's eng für Radfahrer und Fußgänger. Der Ortsrat hat sich nun die Situation angesehen und Lösungen wie Schutzstreifen und eine Überquerungshilfe angeregt.

Obwohl er ein sicherer und routinierter Radfahrer sei, beschleiche ihn jedes Mal ein ungutes Gefühl, wenn er Richtung Lauterbach fährt und das letzte Wohnhaus an der Lauterbacher Straße in Ludweiler erreicht. Denn dann muss Horst Holderbaum die Straße kreuzen, weil auf seiner Fahrseite kein Platz mehr für Radler ist. Für Pedaleure geht es ab hier links der Straße weiter. Auf einem Weg, den sich Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen und Fußgänger teilen müssen. "Das ist hier wirklich sehr gefährlich", schilderte er am Montagabend den Mitgliedern des Ortsrates Ludweiler um Ortsvorsteherin Christiane Blatt (SPD ).

Dass die Straße hier eine sanfte Rechtskurve beschreibt und so nur gut 100 Meter weit einsehbar ist, ginge ja vielleicht noch. Wie sich die Kommunalpolitiker vor Ort überzeugen können, hält sich hier am Ortsausgang aber kaum ein Autofahrer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. "Wenn da einer richtig schnell entgegen kommt, habe ich keine Chance", so Holderbaum, der sich an dieser brenzligen Stelle deshalb eine Querungshilfe wünscht: Eine Insel, an der sich Fußgänger und Radfahrer darauf vorbereiten können, die zweite Straßenhälfte zu überqueren. Sie würde außerdem die Fahrbahn schmaler machen und den Autoverkehr verlangsamen. "Das ist hier wirklich eine außergewöhnliche Situation", meint auch Holderbaums Kollege im Völklinger Sicherheitsbeirat, Werner Michaltzik, gleichzeitig Vorsitzender des Beirates.

"Wir haben hier eine Sportanlage mit mehreren Sportplätzen, eine Reitanlage, eine Bushaltestelle und eine Jugendherberge und das alles außerhalb der Ortsgrenze." Denn das Ortsausgangsschild steht rund 200 Meter Richtung Ludweiler Ortskern. Deshalb vermisst Michaltzik nicht nur (wie auch die Ortsratsmitglieder und Stadtratsmitglied Eric Kuhn, der sich ebenfalls für die Situation vor Ort interessiert) Vertreter der Stadtverwaltung beim Ortstermin: "Eigentlich müsste auch jemand vom Landesbetrieb für Straßenbau zugegen sein."

Zurück zur Fahrradproblematik. Die tatsächliche Lage ist unübersichtlich und schwer zu erkennen. Holderbaum schildert: Wie ab dem letzen Wohnhaus am Ludweiler Ortsrand sind auch hier Radler in beiden Richtungen und Fußgänger auf der Seite des Sportplatzes unterwegs. Nur, dass sie sich hier noch den Platz mit der Haltebucht der Bushaltestelle teilen müssen. In Fahrtrichtung Ludweiler folgt dann unmittelbar nach der Haltebucht die Sportplatzausfahrt. Wer den Parkplatz verlässt, müsste den Radlern eigentlich Vorfahrt gewähren. So befiehlt es das entsprechende Verkehrsschild. Eigentlich, denn wie erwähnt, ist die Situation unübersichtlich.

Hinzu kommt, dass im Spiel- und Trainingsbetrieb der Rad- und Fußgängerweg oft mit parkenden Autos zugestellt ist. "In diesem Fall wäre der Sportverein gefordert, Mitglieder und Zuschauer zu erziehen", meint Luigi Stambene (SPD ).

Aber auch entlang der Hauptdurchfahrtsstraße durch Ludweiler ist Radfahren kein Zuckerschlecken. Hier wünschen sich die beiden Vertreter des Sicherheitsbeirates so genannte Fahrrad-Schutzstreifen am Rand der Fahrbahn. "Die funktionieren in Saarbrücken recht gut", hat Blatt in der Landeshauptstadt beobachtet. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, ob solche Schutzstreifen auch in Ludweiler umzusetzen sind.