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Völklinger Vereine bekommen immer weniger Geld

Völklingen. Die Völklinger Sportvereine müssen den Gürtel enger schnallen. Für ihre Förderung steht der Stadt immer weniger Geld zur Verfügung. In den nächsten Jahren werden die pauschalen Zahlungen sogar ganz zum Erliegen kommen. Thomas Annen

Über die Zukunft der Sportförderung diskutierte am Dienstagabend der Stadtrats-Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport. Bisher erstattete die Stadt Vereinen mit eigenen Anlagen bis zu 40 Prozent der Energiekosten , der maximale Zuschuss betrug 1000 Euro. Nach dieser Regelung hätte die Förderung im Jahr 2014 rund 25 000 Euro betragen müssen. Laut Haushaltsplan standen aber nur noch 18 000 Euro zur Verfügung. Deshalb wurde der Auszahlungsbetrag für alle Vereine anteilig gekürzt.

Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Pro Jahr, erläuterte der zuständige Fachdienstleiter Karl-Heinz Schäffner, werde die Förderung um weitere 6000 Euro sinken. 2015 stehen also noch 12 000 Euro zur Verfügung, 2016 sind es 6000 Euro. Ein Jahr später ist dann ganz Schluss.

"Das System läuft aus", betonte Schäffner. Statt auf pauschale Zuschüsse setzt er in Zukunft auf die gezielte Unterstützung von Menschen mit kreativen Ideen. Als Beispiel nannte er die Kindergarten-Waldlaufmeisterschaft.

Im Neuen Rathaus wurde auch über eine stärkere Vernetzung von Stadt und Weltkulturerbe beraten. Das Problem ist bekannt: Die Besucher der Hütte bringen viel Geld mit, geben es aber nicht in Völklingen aus. "Die Innenstadt profitiert vom Weltkulturerbe in keinster Weise", erklärte SPD-Fraktionschef Erik Kuhn.

Um mehr Gäste in die City zu locken, hatten die Sozialdemokraten angeregt, im Hütten-Bereich eine Tafel mit Stadtplan und Infos zu Sehenswürdigkeiten aufzustellen. Die Frage, ob dies möglich ist, wurde in der Sitzung nicht geklärt. Das Thema wird aber wohl in einem Arbeitsgremium diskutiert, dessen Gründung Kuhn vorschlug. Vertreter von Weltkulturerbe, Stadtrat und Verwaltung sollen überlegen, wie Projekte gemeinsam angegangen werden können. Und wie man in Zukunft stärker voneinander profitieren kann.

Meinrad Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes, begrüßte die Einrichtung eines solchen Gremiums. Er machte aber auch deutlich, dass man genau überlegen müsse, wofür geworben werde. Wenn jemand mit einem Besuch sehr zufrieden sei, erklärte Grewenig, erzähle er es ein Mal weiter. Ein unzufriedener Gast hingegen gebe seinen Eindruck 15 Mal weiter. "Wir werden eine Arbeitsgruppe einrichten", resümierte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) am Ende der Diskussion.