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Völklinger Tafel verteilt jetzt Essen im Hof

Wichtige Hilfe für Arme : Völklinger Tafel verteilt jetzt Essen im Hof

Arme Menschen sind auf die gespendeten Lebensmittel dringend angewiesen. Hygienevorschriften der Diakonie werden akzeptiert.

„Bitte Abstand halten“, steht auf dem Schild am Hofeingang der Diakonie Saar in der Völklinger Gatterstraße. Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmittel-Ausgabestellen in Deutschland hat die Tafel Völklingen weiter geöffnet. Dienstags und freitags ab 14 Uhr werden gespendete Waren an Bedürftige ausgegeben.

Damit die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, wurde die Ausgabe verändert. Im Hof stehen Kisten, die die Helfer unter anderem mit Obst und Gemüse gefüllt haben. Jedem Kunden wird eine Kiste zugewiesen, aus der er sich bedienen kann. Einen direkten Kontakt mit den Helfern gibt es nicht.

Bisher klappt das gut. „Die Tafelbesucher zeigen Verständnis für die Maßnahmen“, erklärt Koordinator Franz-Reinhard Daschmann am Freitag kurz vor der Öffnung. Normalerweise werden pro Tafeltag 55 bis 60 Haushalte versorgt. Aktuell ist die Nachfrage geringer. Einige Kunden hätten sich aus Angst vor dem Corona-Virus abgemeldet, berichtet er. Die ein Dutzend Helfer haben trotzdem viel zu tun. Denn einige ältere Mitglieder der Stammmannschaft sind wegen der Ansteckungsgefahr zurzeit nicht dabei.

Roswitha Schuh hält die Stellung. „Die Leute brauchen uns, da kann man nicht zuhause bleiben“, sagt die 72-Jährige. Sie trägt einen selbst gebastelten Mundschutz. Normalerweise kommt Schuh nur einmal die Woche, jetzt hilft sie an beiden Ausgabetagen. Unterstützt wird das vierköpfige Kernteam von drei Diakonie-Mitarbeitern. Auch fünf junge Völklinger geben jetzt Lebensmittel aus. „Ich bin Studentin und habe gerade nichts zu tun“, erzählt Anna Schmidt. Die 23-Jährige will in der Krise helfen. Und sie freut sich, wieder ein bisschen unter Leute zu kommen. Aktuell habe die Tafel genügend ehrenamtliche Helfer, versichert Daschmann.

Schon lange vor dem Start der Ausgabe versammeln sich die ersten Bedürftigen am Eingang. Sie wissen, dass sich die Tore zurzeit früher öffnen – damit sich keine lange Schlange bildet. Haben die Bürger Angst vor Ansteckung? „Wenn man den Sicherheitsabstand einhält, dann ist das in Ordnung“, sagt eine Besucherin. Sie lobt die Sicherheitsvorkehrungen. Wer rein will, muss sich die Hände desinfizieren. Außerdem dürfen sich immer nur wenige Kunden gleichzeitig im Hof aufhalten.

Geduldig warten die Hilfsbedürftigen aufs Startsignal. Die Brotlieferung fehlt noch. „Wir haben bisher ausreichend Waren aus den Geschäften erhalten“, sagt Daschmann. Wenig später trifft der Transporter ein. Als die Tafel dann um 13.40 Uhr öffnet, warten vor der Tür bereits rund 25 Kunden.