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Kriminalstatistik
Völklinger Polizei zufrieden mit Platz sechs

 Nicht  ins  allgemein  eher  positive  Bild  in  der  Hüttenstadt  passt  die  Entwicklung  bei  der  häuslichen Gewalt. Hier wurden in Völklingen 2016 insgesamt 205 Straftaten angezeigt –  gegenüber 150 im Jahre 2015.
Nicht ins allgemein eher positive Bild in der Hüttenstadt passt die Entwicklung bei der häuslichen Gewalt. Hier wurden in Völklingen 2016 insgesamt 205 Straftaten angezeigt – gegenüber 150 im Jahre 2015. FOTO: picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini
Völklingen. Im Vergleich zu Neunkirchen oder Saarlouis lebt es sich in Völklingen sicherer. Die Kriminalität ging 2016 sogar leicht zurück. Bernhard Geber

Viele Völklinger drücken derzeit dem SV Röchling die Daumen für den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga. Bei der Kriminalstatistik kann die Stadt dagegen damit zufrieden sein, nach wie vor auf Platz sechs im Saarland zu landen. Ausschlaggebend ist hier die so genannte Häufigkeitszahl, bezogen auf 100 000 Einwohner. Gemessen an der, lebt es sich in Völklingen weitaus sicherer als in der Landeshauptstadt und immer noch sicherer als in anderen Städten wie Saarlouis, Neunkirchen oder Dillingen (siehe nebenstehende Tabelle).


"Die Kriminalität ist landesweit rückläufig, und das drückt sich auch bei uns aus", sagt Michael Zapp, Leiter der Polizeiinspektion Völklingen. Und das heißt in Zahlen: Gegenüber 2015 (3418) wurden 2016 nur noch 3206 Straftaten in der Hüttenstadt registriert. Die Frauen und Männer der Inspektion in der Cloosstraße steigerten dabei ihre Aufklärungsquote von 58,6 auf 60,2 Prozent. 2016 wurde kein einziges Tötungsdelikt registriert. Die Zahl der Wohnungseinbrüche (85 nach zuvor 89) blieb in etwa auf gleichem Niveau. Zunehmend beschäftigt sich aber die Polizei mit Fällen von häuslicher Gewalt. Die Zahl der Delikte stieg von 150 auf 205, wobei Zapp davon ausgeht, "dass nach wie vor nur ein Bruchteil angezeigt wird". Obwohl der Polizei hier, beginnend mit sofortigem Wohnungsverweis und Rückkehrverbot, inzwischen Mittel und Kräfte bis hin zu speziell ausgebildeten Schwerpunkt-Sachbearbeitern zur Verfügung stünden. Die Täter seien "in allen ethnischen Gruppen, Lebenslagen und Milieus" zu finden, berichtet Rüdiger Dilschneider, stellvertretender Leiter des Kriminaldienstes in Völklingen.

Zur Straßenkriminalität zählt die Polizei alles, was sich auf Straßen und Plätzen ereignet - vom Handtaschenraub bis hin zur Schlägerei. Hier gingen die Delikte zurück von 675 (2015) auf 583. Insgesamt wurden 2016 von der Inspektion 1831 Tatverdächtige ermittelt. Altersmäßig teilen sie sich auf in 77,2 Prozent Erwachsene, 8,5 Prozent Heranwachsende von 18 bis zu 21 Jahren, auf die womöglich noch das Jugendstrafrecht angewendet wird, 9,7 Prozent Jugendliche und 4,6 Prozent Kinder bis einschließlich 13. Lebensjahr, die noch nicht strafmündig sind. Bei den Delikten der Jüngeren werden, wie Dilschneider berichtet, zunehmend auch Vorfälle wie Schlägereien auf Schulhöfen angezeigt. Und zunehmend beobachtet man auch bei der Völklinger Polizei Respektlosigkeit bis hin zu gewaltsamem Widerstand gegenüber Beamten.



Während die Kriminalität rückläufig geworden ist, hat die Zahl der Unfälle auf Völklingens Straßen zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Polizei 2016 in 50 Fällen (plus 3,6 Prozent) mehr ausgerückt. Bei den insgesamt 1383 Unfällen wurden 195 Menschen verletzt, 30 von ihnen schwer. Es gab ein Todesopfer. 2015 waren es noch zwei gewesen. "Aber jeder Getötete ist einer zu viel", sagt Jörg Hiry, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion.

Die Unfälle unter Alkoholeinfluss haben deutlich zugenommen: 2015 waren es noch 23, 2016 dann 31. Auffällig: Die Promillewerte steigen deutlich, wobei ein Beteiligter nahezu fünf Promille erreichte. "Und früher sagte man noch, ab 3,5 Promille ist man mausetot", vermerkt dazu kopfschüttelnd Inspektionsleiter Michael Zapp. Hauptursachen der Unfälle waren ansonsten Fehler beim Abbiegen und Wenden (20,4 Prozent), zu geringer Sicherheitsabstand (10,3 Prozent), Missachtung der Vorfahrt (7,4 Prozent) und Unaufmerksamkeiten beim Nebeneinanderfahren (4,9 Prozent). Besonders häufig kracht es nach wie vor in den beiden Kreisverkehren an der Karolinger Straße und am Amtsgericht. Umbaumaßnahmen sind hier bereits länger im Gespräch.

337 Fahrer flüchteten 2016 von der Unfallstelle. Nahezu jeder Dritte von ihnen wurde anschließend doch gestellt. Und Unfälle mit Radfahrern nehmen zu. 2016 wurden insgesamt 30 registriert, davon 24 mit Personenschäden. 2015 waren es noch 26 gewesen, davon 18 mit Verletzten.

Zum Thema:

Junge Wilde immer noch Risikogruppe am Steuer Wer baute die 195 Unfälle mit Personenschäden in Völklingen? Immer noch ist hier die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren besonders stark beteiligt, sagt Jörg Hiry. Diese so genannten Jungen Wilden verursachten 42 dieser Unfälle, wobei 35 von ihnen am Steuer eines Pkw saßen, drei ein Motorrad, drei einen Lkw fuhren und einer mit dem Rad unterwegs war. Am Fahrverhalten von Senioren ist dagegen weniger auszusetzen. Auf die Generation 65 plus entfielen insgesamt nur 27 dieser Unfälle.