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Völklinger Polizei wacht auch an Feieretagen

Besuch bei der Polizeiinspektion Völklingen : Bei Notruf bleibt das Essen stehen

In vielen Berufen sind auch Feiertage Arbeitstage. Wie bei der Völklinger Polizei. An Silvester arbeitet sie mit einer verstärkten Schicht.

Noch kauend, springen die Beamten von ihren Stühlen auf. Die Reste der Christstollen-Stücke bleiben zurück und werden vermutlich später aufgegessen. Der Kaffee in den Tassen wird wohl kalt werden, aber das interessiert jetzt nicht. Denn irgendwo in Völklingen oder Umgebung wird die Polizei gebraucht – so war es auch an den Weihnachtstagen, so wird es auch in der Silvesternacht sein.

Und dann lassen die Beamten wie Kommissar Sebastian Himbert und seine Kollegin Annika Paqué alles liegen und stehen. So schnell wie möglich steigen sie in ihren Dienstwagen, und sofern Sonderrechte freigegeben wurden, brausen sie mit Blaulicht und Martinshorn von der Dienststelle in der Völklinger Cloosstraße zum Einsatzort.

Zu jeder Stunde ihrer Dienstzeit – egal ob Tag oder Nacht. Werktags, sonntags, feiertags. Genaue Zahlen nennen sie nicht gern, was ihre Einsatzstärken angeht. So auch ihr Sprecher Benjamin Kölbel, der sich dabei auf „einsatztaktische Gründe“ beruft. Zu erfahren ist aber, dass eine Dienstgruppe in der Regel so stark wie eine Fußballmannschaft ist, und dass es derer fünf in der Völklinger Polizeiinspektion gibt. Da Himbert und Paqué am Tag des SZ-Besuchs Dienst in der Wache haben, können sie sich auf einen absehbaren Dienstschluss freuen: „Hier drinnen wird meist ziemlich pünktlich abgelöst.“ Außer, ein ziemlich gesprächiger Kunde draußen am Empfangstresen beginnt sein Anliegen stets von vorne, und der Beamte oder die Beamtin auf der anderen Seite des Tresens kann über Minuten immer nur dieselbe Antwort geben. Etwa: „Suchen Sie Ihren Anwalt auf, der kann und wird das für Sie regeln.“

Im Streifendienst sei das pünktliche Schichtende sogar relativ oft ungewiss. Wird zum Beispiel gerade irgendwo an einer Haustür ein Streit geschlichtet, können die Beamten weder einfach nach Hause gehen noch an die folgenden Kollegen übergeben.

Die Weihnachtsfeiertage habe sich die komplette Mannschaft so aufgeteilt, dass jede Dienstgruppe einmal an der Reihe gewesen sei. In Völklingen habe man das so gehandhabt, dass die einzelnen Schichten verlängert wurden, es mit dieser längeren Schicht aber über die Weihnachten für jeden Einzelnen gewesen sei. „Eine Sonderregelung, die wir hier in Völklingen anwenden, mit der jeder der Kollegen zufrieden ist“, so Himbert. Und aus Polizeisicht zeigt sich, dass das Weihnachtsfest meist nicht so friedvoll ist wie allgemein angenommen. Der Kommissar rückblickend: „Nach meinem Empfinden war sogar mehr los als sonst an Weihnachten.“ Körperliche Auseinandersetzungen, Unterstützung bei medizinischen Notfällen, das sei auch über die Festtage gefordert gewesen. Einbrüche habe es gegeben, auch Fahrzeug-Aufbrüche. „Unfallfluchten hat es auch viele gegeben, dazu suchen wir noch Zeugen, die etwas beobachtet haben“, fügt er auch noch hinzu. „Und die eine oder andere Trunkenheitsfahrt war auch dabei“, merkt Kollegin Paqué an.

In den stillen Zeiten zwischendurch war dann auch mal Zeit, es sich bei Kaffee und Stollen gemütlich zu machen. Manchmal sogar mit prominentem Besuch. Oberbürgermeisterin Christiane Blatt war mal auf Stippvisite da, ebenso Dienststellenleiter Michael Zapp und ein Vertreter der Polizeigewerkschaft. „Silvester wird dann das Ganze noch einmal so ziemlich verschärft“, so Kölbel: „Dann wollen die Leute ja raus und Party machen, entsprechend haben Discos und Lokale geöffnet.“ Dann sei auch deutlich mehr Alkohol im Spiel und dazu auch noch die Böllerproblematik. Dementsprechend werde für die Nacht des Jahreswechsels dann auch personell aufgestockt.

Telefonisch ist die Polizei in Vöklingen unter (0 68 98) 20 20 zu erreichen.