1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Völklinger Politiker wettern gegen „Quatsch aus Brüssel“

Völklinger Politiker wettern gegen „Quatsch aus Brüssel“

Den Reihen des Protestes gegen eine Verschärfung der Emissionsrichtlinien durch die EU-Kommission in Brüssel hat sich nun auch der Stadtrat angeschlossen. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution bekannte sich das Gremium am Donnerstagabend zum Stahlstandort Völklingen und den Saarstahl-Mitarbeitern.Ohne Details anzusprechen, wetterten die Völklinger Kommunalpolitiker unisono gegen Brüssel.

Durch Stahlimporte zu Dumping-Preisen aus China und nun auch durch den Kohledioxid-Emissionshandel gerate die heimische Stahlindustrie immer mehr unter Druck, sagte so Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ). Für sehr viel Geld müssten Zertifikate gekauft werden, wobei die Zielvorgaben technisch überhaupt nicht machbar seien. "Wie kann ich Richtlinien erlassen, die überhaupt nicht umsetzbar sind?", fragte SPD-Fraktionschef Erik Kuhn und sagte weiter: "In Asien und China interessiert sich niemand dafür, und in Deutschland und Europa macht man durch solch einen Quatsch die Stahlindustrie kaputt."

Mit der jetzt beschlossenen Resolution reiht sich der Völklinger Stadtrat in eine Protestfront von IG Metall , Wirtschaftsvereinigung Stahl, der Bürgermeister und Oberbürgermeister der deutschen Stahlstandorte und von Saar-Landtag und Landesregierung ein. CDU-Fraktionschef Stefan Rabel verwies auch auf eine aktuelle Initiative des Saarlandes im Bundesrat gegen die Brüsseler Pläne. Rabels Amtskollege Klaus Degen (Linke), selbst Saarstahl-Mitarbeiter, forderte "alle" dazu auf, bei einem bundesweiten Stahl-Aktionstag am 11. April mitzumachen.