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Völklinger Lichtblicke im Nieselregen

Völklingen. Marktschreier, Autoschau, buntes Rahmenprogramm: Die City war am verkaufsoffenen Sonntag trotz des schlechten Wetters attraktiv. Andreas Lang

Wenn ein freundlicher Plüschhase in Begleitung zweier hübscher Damen im Osterglöckchen-Look die Passanten in der Völklinger Rathausstraße begrüßt, dann hat der Wirtschaftskreis zum Märztreff in die Innenstadt gerufen. Für die kleinen Märztreff-Gäste hat der mannsgroße Hase kleine Kollegen aus Schokolade und Schoko-Eier im Korb. Für die Größeren gibt es derweil Erfrischungen gegen eine Spende zu Gunsten der SZ-Aktion "Hilf-Mit!" am Friseurstudio Westerkamp, wo der plüschige Meister Lampe seinen Stützpunkt hat.



Weitere Osterhasen-Gesichter gibt es in der Straße zu sehen. Und zwar als hübsche Frühlingsdekoration und aus Heu geflochten. Dafür, dass neben den Angeboten der Geschäfte und Dienstleister was los war, sorgten Blumenhändler Heinz Rupp und Bestatter Christian Duchene, die für das Rahmenprogramm verantwortlich waren. Wie immer sind Post- und Rathausstraße zum Märztreff Fußgängerzone. Autos gibt es trotzdem zu Hauf und zwar fast nur fabrikneue Karossen - von richtigen PS-Protzen bis zu sparsamen City-Flitzern. Eine Reihe von Händlern aus der Region ist zur großen Autoschau aufgezogen.

Als Knüller erwiesen sich die schrägen Verkäufer der traditionellen Gilde der Marktschreier. Da schimpft Wurst-Achim ununterbrochen auf seinen Nachbarn ein, den Aal-Ole, der zum Amüsement der Marktbesucher gerne Contra gibt. Auch der Käsemann mischt sich mit derben Sprüchen ein und selbst Milka-Micha stimmt in die Tiraden mit ein. Hier und da fliegt einem sogar eine dicke Salami um die Ohren. Wer aufpasst, greift zu.

Denn diese geräucherten Leckerbissen schmeißt der lautstarke Achim gelegentlich mit viel Getöse gratis in die Menge. "Ob die sich wirklich nicht leiden können?", fragt sich eine Passantin. Eher doch. Schließlich wissen die fahrenden Händler, dass Klappern zum Handwerk gehört und ihre frechen Sprüche das Salz in der Suppe sind. So steigen sie auch mal von ihren Verkaufswagen, um sich am zentralen Bierstand auf dem Kolpingplatz zu treffen.

Märztreff-Besucherin Irene Renno mag das Treiben der Marktschreier, liebt aber auch die ruhige Oase des Märztreffs: das Café St. Eligio an der Eligiuskirche.

Verwundert blickt so mancher auf den Eisstand im Märztreff-Bereich. Denn der Frühling macht ausgerechnet zum verkaufsfoffenen Sonntag in Völklingen eine Pause. Es ist zugig, kühl. Von Sonne keine Spur, mancher ist wohl froh, dass es höchstens leicht nieselt. Aber deswegen den Eisladen zulassen? "Nein, mit dem Wetter hat das nichts zu tun", verrät Inhaber Mike Schraut am Verkaufsstand für Zuckerwatte und andere süße Leckereien. Beim Rangieren ist ihm wohl einer mit dem Anhänger an den Wagen gefahren - jetzt muss erst repariert werden. Andere, die sich am Märztreff beteiligen wollten, sind tatsächlich weg geblieben, wie Christian Duchene informiert. Darunter hat vor allem die untere Poststraße zu leiden, wo sich die Freiwillige Feuerwehr und das Duo "Nino meets Angelo" mühten, die zum Märztreff traditionell zur Fußgängerzone gemachte Straße zu beleben. Mehr los war am City-Haus. Weitere Verkaufsstände neben den Marktschreier-Wagen lockten zum Einkaufsbummel. Der Tennisclub Heidstock hatte unter dem Dach der Arkade sogar ein kleines Netz gespannt, über das am Tennis interessierte Kinder die Filzkugel mit Schlägern hin und her spielen konnten.

"Noch ein paar Tage hätte das tolle Wetter ja jetzt noch bleiben können", ärgert sich Duchene ein bisschen. Arg zu grämen braucht er sich jedoch nicht, denn die Völklinger trotzten dem ungemütlichen Wetter und belebten vor allem den Kolpingplatz. Besucher sind sogar von außerhalb gekommen - einige auch aus Neugier wegen des laufenden Kaufhof-Abrisses. Der Saarbrücker Norbert Fricke: "Von der Rathausstraße aus sieht man ja noch nicht so viel, bei der Fahrt über die Tangente sieht man aber schon deutlich, dass es da voran geht."

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