Völklinger Großbordell öffnet wieder im Stadtteil Fenne.

Kostenpflichtiger Inhalt: 32 Zimmer werden an Prostituierte vermietet : Großbordell in Völklingen öffnet wieder

Neue Betreiberin vermietet 32 Zimmer an Prostituierte in Fenne. Vorgänger hatte nach wenigen Monaten aufgegeben.

Das Bordell in einer ehemaligen Glashütte in Völklingen-Fenne hat am 1. November wiedereröffnet. Statt „Red Motel“ heißt es nun „Royal Eros“. Das „Red Motel“ war im Sommer 2018 in dem Gewerbegebiet gestartet, hatte aber nach einigen Monaten wieder geschlossen. Jahrelang hatte es zuvor heftige Bürgerproteste gegen ein Bordell in dem Stadtteil gegeben.

Die neue Betreiberin aus Pforzheim in Baden-Württemberg, die nur ihren „Künstlernamen Janina“ in der Zeitung lesen will, führt durch die Räume. Hier bieten in kleinen Zimmern die Prostituierten ihre Dienste an. 15 Frauen seien es am ersten Tag  gewesen, berichtet die Betreiberin. 32 Zimmer gibt es insgesamt. „Im „Red Motel“ waren es 41 Zimmer. Der Regionalverband Saarbrücken habe das Gebäude begutachtet und die Erlaubnis zum Betrieb des „Royal Eros“ erteilt.

Die Zimmer sind sehr klein. Darin stehen neben dem Bett ein kleiner Nachttisch und ein Schrank. Außerdem gibt es eine Dusche und ein WC. Fenster sind Fehlanzeige. Es gebe aber ein Belüftungssystem, versichert „Janina“. Es gilt wie beim Vorgängerbetrieb die Auflage, dass die Öffnungszeiten von 6 bis 22 Uhr begrenzt sind. Das bedauert die Betreiberin. Auch der Chef des „Red Motel“ hatte sich über die Beschränkung der Öffnungszeiten beklagt.

Neu gegenüber der Erlaubnis für das „Red Motel“ ist, dass es nun Schlafräume in dem Bordell gibt. Diese sind getrennt von den Zimmern, wo die Prostituierten arbeiten. Denn manche Sexarbeiterinnen kämen auch von weiter her. In einem Raum müssen bis zu sechs Prostituierte in Hochbetten schlafen.

Wie verhindert die Pforzheimerin, dass hier Frauen zur Prostitution gezwungen werden? Sie versichert: „Hier arbeiten keine Zwangsprostituierten.“ Sie achte darauf, dass die Damen alleine vorsprechen und nicht von einem Mann gebracht und abgeholt werden, der dann abkassiert. „Das ist ein absolutes Tabu.“

Zwei Sicherheitsleute sollen insbesondere abends dafür sorgen, dass sich die Freier benehmen. Auf einem Monitor werden Parkplatz und die Gänge überwacht. Im Notfall könne eine Prostituierte per Notknopf in ihrem Zimmer die Sicherheitsleute alarmieren. Jede Prostituierte kann sich hier ein Zimmer tageweise mieten. Den Preis mit dem Freier mache sie selbst aus, erklärt „Janina“.

Der Regionalverband Saarbrücken bestätigt, dass er die Erlaubnis für das Bordell in Völklingen-Fenne nach dem Prostituiertenschutzgesetz im Saarland erteilt hat. Zu den Mindestanforderungen zählt zum Beispiel , dass der Betreiber sicherstellt, dass keine Minderjährigen oder Opfer von Menschenhandel der Prostitution nachgehen. Jede Frau müsse eine Anmeldebescheinigung für das Prostitutionsgewerbe vorlegen. Der Betreiber musste außerdem darlegen, wie er die Sicherheit der Prostituierten gewährleistet. Er musste auch dafür sorgen, dass die Räume nicht von außen einsehbar sind, ergänzt Daniel Schappert von der Pressestelle des Regionalverbandes. Die Zuverlässigkeit des Betreibers werde spätestens nach drei Jahren erneut überprüft, heißt es in einem Informationsblatt des Gesundheitsamts des Regionalverbandes.

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