Völklinger Gemeinschaftsschüler stellen Video mit eigenem Song ins Internet

Schüler-Video gegen Rassismus : „Bei uns ist jeder Mensch das Gleiche wert“

Schüler der Völklinger Gemeinschaftsschule Sonnenhügel machen mit Schulsong und Video gegen Fremdenhass mobil.

„Wenn wir Schülerinnen und Schüler ein Zeichen gegen Rassismus setzen können, wieso tun das die Erwachsenen nicht auch?“ Sagt Dünja Ak, Schülerin der Gemeinschaftsschule (GemS) Sonnenhügel Völklingen.

Ihre Frage hat eine Vorgeschichte. Voriges Jahr, zum Finale des Hallenmasters, haben die Fußballer der Sportfreunde (SF) Köllerbach einen selbst gedrehten Clip gegen Fremdenfeindlichkeit im Sport gezeigt. Das gefiel den Völklinger Gemeinschaftsschülern, ebenso Rektorin Susanne Meier, Sozialarbeiterin Andrea Schaffner, Lehrern, der hauseigene Schulband und weiteren Helfern. Die Schüler schrieben einen eigenen Song. „Wir wollen keinen Hass, keine Hetze, keine Kriege, ohoho, wir sind alle verschieden, wollen Frieden auf der Welt“, lautet dessen Refrain. Erstmals aufgeführt wurde der Song beim Schweigemarsch zum Internationalen Tag gegen Rassismus im März (die SZ berichtete).

Als Partner steigen die Kicker aus Köllerbach mit ins Boot. Deren Vorsitzender Michael Ernst sagt: „Auch als Fußballer tragen wir soziale, gesamtgesellschaftliche, politische Verantwortung. Bei uns im Verein sind Menschen aller Hautfarben und Religionen integriert, die alle nur eines wollen: guten Fußball spielen. Hass hat auf dem Platz nichts verloren.“ Die Arbeiterwohlfahrt des Kreisverbandes Regionalverband Saarbrücken um ihren Vorsitzenden Jürgen Heermann beteiligt sich auch an der Aktion, akquiriert Spendengeld von der „Aktion Mensch“.

Und in der Folge, also in den Wochen nach dem Schweigemarsch, drehen die Schüler ein Video mit ihrem Lied „Wir stehen auf und sagen: Nein!“. Unterstützt werden sie dabei aktiv vom Kameramann Olaf Simon, der den jungen Leuten in einer so genannten medienpädagogischen Arbeitsgruppe beim Drehbuchschreiben, beim Filmen und beim Schnitt hilft.

Als das Video vorige Woche in der Schulaula uraufgeführt wurde, berichtete Simon: „Es war eine sehr bewegende und erfolgreiche Arbeit, bei der man die Entwicklung der Schüler von der ersten Idee bis zur Aufführung gut verfolgen konnte.“ Die Schulsozialarbeiterin Schaffner ergänzt: „Sehr beeindruckt hat mich der Ernst und der Gestaltungswille der Schüler, die an vielen Tagen bis in die Abendstunden freiwillig an dem Projekt mitgearbeitet haben.“

Und jetzt ist es soweit, das Video wird der Öffentlichkeit präsentiert. In der Schule, auf dem Sportplatz, beim Schweigemarsch, im Solo, mit Chor, mit Schulband und Rockmobil (einem weiteren Unterstützer). Ernst, Entschlossenheit, Energie, der Wille, Zeichen zu setzen, sprechen aus den Gesichtern der Jugendlichen, aus dem Gesang wie auch der rockigen Untermalung.

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