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Neu: Ausbildung für Werkfeuerwehr
Völklinger Doppel-Premiere: Erstmals Feuerwehr-Ausbildung

Werkfeuerwehren müssen für sehr spezielle Situationen und Gefahren gerüstet sein. Dafür übte die Saarstahl-Feuerwehr im Oktober 2017 auf dem Völklinger Stahlwerks-Gelände.
Werkfeuerwehren müssen für sehr spezielle Situationen und Gefahren gerüstet sein. Dafür übte die Saarstahl-Feuerwehr im Oktober 2017 auf dem Völklinger Stahlwerks-Gelände. FOTO: BeckerBredel
Völklingen/Dillingen. Privat-öffentliche Zusammenarbeit für den Gefahrenschutz in der Industrie. Von Doris Döpke

Es ist eine Premiere, in mehrfacher HInsicht. Und allen Beteiligten liegt sie offenkundig am Herzen – sowohl die Stahl-Unternehmen Saarstahl und Dillinger als auch das saarländische Bildungsministerium kündigen sie mit zwar knappen, aber großen Worten an.


„Erstmals seit ihrem Bestehen“, so heißt es in der Mitteilung von Dillinger und Saarstahl, bilden die beiden Unternehmen eigene Feuerwehrmänner und -frauen für ihre Werkfeuerwehren aus. Im August fängt der erste Azubi-Jahrgang an. Wobei die jungen Leute dann im Saarland nicht nur den betrieblichen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, sondern – zweite Premiere – auch den schulischen: Sie werden die neu geschaffene Landesfachklasse des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Völklingen besuchen. Bisher, berichtet Saarstahl-Sprecherin Ulrike Jungmann, lag die nächste Berufsschule im hessischen Rüsselsheim, die Auszubildenden hatten dort dann Blockunterricht. Jetzt gilt für sie der gleiche Wechsel-Takt zwischen Betrieb und Schule wie für die meisten anderen Berufe auch – eine große Vereinfachung für die jungen Leute und auch die Ausbildungsbetriebe.

Werkfeuerwehrmänner und -frauen kümmern sich um die Gefahrenabwehr und den vorbeugenden Brandschutz in Betrieben, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial haben, erklärt das saarländische Bildungsministerium das Berufsbild. Gebraucht werden Werkfeuerwehren etwa in der chemischen Industrie, in Häfen und Flughäfen, bei Kraftwerken, bei der Metall- und Elektroindustrie, bei Auto-Herstellern und Gießereien.



 Der Beruf Werkfeuerwehrmann/Werkfeuerwehrfrau (WF) sei noch nicht lange als eigenständig anerkannt, erläutert das Ministerium weiter: Er sei 2009 geschaffen worden, zunächst zeitlich befristet. Erst 2015, nach einer Evaluation durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), wurde eine Verordnung über die entsprechende Ausbildung erlassen.

Im Saarland sei die Industrie sehr interessiert daran, Feuerwehr-Nachwuchs in der Nähe auszubilden. Und so hätten Bildungsministerium, Dillinger, Saarstahl und das Völklinger BBZ nun die Premiere vereinbart: zwölf Ausbildungsplätze für Werkfeuerwehrleute am hiesigen BBZ. Weitere Unternehmen aus dem Saarland, beispielsweise Ford und Michelin, hätten ihrerseits bereits Bedarf angemeldet. Der noch junge Ausbildungsberuf hat offenbar Zukunft.