Völklingen zählt höchste Einwohnerzahl seit 14 Jahren

Kostenpflichtiger Inhalt: Höchster Stand seit 14 Jahren : Mehr Menschen wollen nach Völklingen

Vor allem der Zuzug von Geflüchteten und Menschen aus Osteuropa sorgte in den jüngsten Jahren für eine Zunahme der Einwohnerzahl. Während die Mieten leicht anstiegen, hat sich an der Größe des Stadtrates nichts geändert.

Die Einwohnerzahl in Völklingen nimmt wieder zu. Nachdem die Zahl der Völklinger seit 2017 relativ stabil geblieben war, registrierte das Einwohnermeldeamt im vergangenen Jahr in der Mittelstadt 40 623 Einwohner – exakt 217 Personen mehr, als noch zu Jahresbeginn. Damit sei auch die höchste Einwohnerzahl seit 14 Jahren erfasst wurden, wie Lars Hüsslein, persönlicher Referent der Oberbürgermeisterin Christiane Blatt, jetzt auf SZ-Anfrage mitteilt.

Die Jahre zuvor hatte die Mittelstadt noch mit einem anhaltenden Bevölkerungsrückgang zu kämpfen. 2011 erreichte man einen historischen Tiefstand von 39 482 Einwohnern. Ein Ende des jahrelangen Negativ-Trends begann sich erst ab 2011 abzuzeichnen. Vor allem der Zuzug von Menschen aus Osteuropa im Rahmen der EU-Osterweiterung und der seitdem geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit bremste laut Hüsslein den Einwohnerschwund in der Mittelstadt. Der verstärkte Zuzug von Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016 führte schließlich zu einem sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahlen. Bereits 2015 registriete man im Einwohnermeldeamt wieder über 40 000 Völklinger.

Vom verstärkten Zuzug profitierte besonders die Stadtmitte. Mit insgesamt 13 270 Einwohnern leben hier – wie in den Jahren zuvor – aktuell die meisten Menschen. An zweiter Stelle rangiert der Stadtteil Ludweiler mit 5 821 Einwohnern, gefolgt von Wehrden (5 037) und Heidstock (4 410). Schlusslicht der Stadtteile bleibt Fenne mit 948 Einwohnern.

Auf dem Wohnungsmarkt macht sich die wieder wachsende Einwohnerzahl durch eine verstärkte Nachfrage nach Wohnraum bemerkbar. Dies könne jedoch gut kompensiert werden, da die Wohnungsgesellschaften verstärkt in Renovierungs- und Instandssetzungsarbeiten für bereits bestehende Immobilien investiert haben, so Hüsslein. Mit 5 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter seien die Durchschnittsmieten für Wohnungen in Völklingen im Landesvergleich zudem „nur moderat“ gestiegen, so der Referent.

In Sachen Gewerbesteuer, die zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt zählt, hält man sich nach dem massiven Rückgang im vergangenen Jahr dagegen noch zurück. Für das laufende Jahr rechnet die Stadt nur mit rund 20 Millionen Euro, wie es im jährlichen Wirtschaftsbericht der Stadt Völklingen zu entnehmen ist. Und auch in Sachen Kaufkraft hängt die Mittelstadt anderen saarländischen Städten wie St. Ingbert und St. Wendel weiterhin deutlich hinterher, so der aktuelle Bericht der Stadtverwaltung.

An der Größe des Völklinger Stadtrates – der in Folge der sinkenden Einwohnerzahlen im Jahr 2014 von 51 auf 45 Sitze verkleinert wurde – hat sich trotz des neuen Positiv-Trends noch nichts geändert. Grund hierfür sei laut Stadtverwaltung, dass die Größe des Rates nach der Einwohnerzahl bemessen wird, die das Statistische Landesamt angibt – und dieses kommt für das vergangene Jahr auf eine weitaus geringere Zahl. Grund dafür ist die unterschiedliche Zählweise der beiden Behörden. Während die Stadverwaltung für ihre Zählung das Melderegister zu Grunde legt, schreibt das Statistische Landesamt die Zahlen des Zensus von 2011 fort. Aber auch hier zeigt sich, dass Völklingen wieder wächst. So lebten laut dem Landesamt im vergangenen Jahr 39 512 Menschen in Völklingen – und damit 703 mehr als noch während der offiziellen Volkszählung von vor sechs Jahren.