Völklingen wächst dank Flüchtlingen

Völklingen wächst dank Flüchtlingen

Die Trendwende ist da wegen so genannter Sondereffekte. Nach den Zuzüglern aus Osteuropa kamen die Flüchtlinge, und Völklingen hat wieder über 40 000 Einwohner, so der jüngste Bericht zur wirtschaftlichen Situation.

Die Einwohnerzahl in Völklingen nimmt, wie bereits gestern auf der SZ-Titelseite gemeldet, wieder zu. 2011 war ein historischer Tiefstand erreicht mit 39 482. Nun ist die Zahl der Völklinger wieder auf 40 539 gestiegen, sagt Christof Theis, zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus, in seinem jüngsten Bericht zur wirtschaftlichen Situation vor dem zuständigen Stadtratsausschuss. Wegen Unterschreitung der 40 000-Einwohner-Grenze war 2014 unter anderem auch der Völklinger Stadtrat von früher 51 auf 45 Sitze reduziert worden. Eine Negativ-Prognose hatte der Stadt bis 2020 sogar ein Absinken auf 34 200 Einwohner vorhergesagt.

Die Umkehr des Trends führt Theis auf so genannte Sondereffekte zurück: Die EU-Erweiterung mit der damit verbundenen Freizügigkeit habe Zuzug aus Osteuropa erbracht, und 2015 auf 2016 habe dann auch die Flüchtlingswelle eingesetzt. Flüchtlinge - Anfang Oktober wurden in Völklingen 671 Personen gezählt - würden konzentriert in der Stadtmitte und in Wehrden untergebracht. Deshalb sei dort die Einwohnerzahl auch deutlich angestiegen - auf 13 103 in der Stadtmitte und 5243 in Wehrden.

Asylbewerber machen sich inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, weil laut Theis "die Verfahren im Saarland besonders schnell bearbeitet" werden. Um die Jahresmitte waren in Völklingen insgesamt 2319 Arbeitslose registriert - 16 mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote lag im Raum Völklingen bei 11,2 Prozent - bei 6,1 im Bundesvergleich und 9,0 Prozent im Saarland. Andererseits bietet Völklingen nach wie vor auch vielen Menschen aus dem Umland Arbeitsplätze. 10 495 Einpendler werden registriert, während nur 8913 Völklinger auswärts Arbeit finden.

Die Gewerbesteuer, wichtigste Einnahmequelle der Stadt, dümpelt derweil weiter vor sich hin: Fürs Jahr 2016 werden 13,4 Millionen Euro erwartet, während es im Rekordjahr 2008 51,6 Millionen Euro waren.

Die Durchschnittsmieten in Völklingen sind zwar leicht gestiegen, aber im Landesvergleich noch günstig. Laut Theis kosten Wohnungen pro Quadratmeter vier bis 5,50 Euro, Büroflächen 3,50 bis 5,25 Euro und Ladenflächen zwischen acht und 3,50 Euro. Die Quadratmeterpreis-Bandbreite bei Eigentumswohnungen betrage zwischen 485 und 1150 Euro. Beim Kaufkraft-Index, ermittelt für 2015, lag Völklingen bei den saarländischen Städten nach wie vor noch hinter Neunkirchen, während Püttlingen hier deutlich besser abschneidet.

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