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Völklingen soll mehr für die Sicherheit der Fahrradfahrer tun

Sicherheit : „Es gibt keine Schutzstreifen für Radler“

Der Völklinger Experte Hans Holderbaum vom ADFC fordert: Die Stadt muss mehr für die Sicherheit der Fahrradfahrer tun.

„Es gibt keinen Schutzstreifen für Radfahrer in Völklingen“, sagt Hans Holderbaum, Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Völklinger Sicherheitsbeirats. Der 65-Jährige kennt sich aus mit dem Radverkehr in Völklingen. In den vergangenen Jahren habe sich nicht viel getan, sagt er. Aber Holderbaum ist voller Hoffnung: „Oberbürgermeisterin Christiane Blatt und Bürgermeister Christof Sellen haben die Probleme erkannt.“

Wo gibt es überhaupt Radwege in Völklingen? Von Püttlingen kommend gibt es den Köllertal-Radweg und einen zweiten Radweg direkt neben der Püttlinger Straße, der aber in der Heinestraße in Völklingen abrupt endet. In der Hofstattstraße gibt es nur ein kleines Stück Radweg für die Radler, die hier entgegen der Einbahnstraße fahren dürfen. Trotzdem ist das für Holderbaum sinnvoll. Denn von dort kommen die Radlerinnen und Radler schnell an die Saar, wo sie auf den Leinpfad einbiegen können.

Der Entwurf eines Verkehrsentwicklungsplans – kurz VEP – liegt auf dem Tisch. Den soll nach Angaben der Stadtverwaltung der Völklinger Stadtrat im kommenden Februar verabschieden. Das sei ein „Rahmenplan“, dem konkrete Maßnahmen folgen müssen. Doch es gebe bisher gar kein Budget, das für den Radverkehr reserviert sei, heißt es aus der Verwaltung.

Im VEP stehen konkrete Maßnahmen: In der Moltke- und Kühlweinstraße beispielsweise seien Schutzstreifen möglich. Auch mehr Tempo 30-Zonen schlägt das Büro R+T Verkehrsplanung vor. Die Autoren des Verkehrsentwicklungsplans sprechen sich auch dafür aus, in Einbahnstraßen grundsätzlich im Gegenverkehr Radler zuzulassen. Holderbaum schlägt außerdem vor, den Radweg entlang der Püttlinger Straße bis zur Gemeinschaftsschule Sonnenhügel weiterzuführen. Das erhöhe die Sicherheit für die Schüler.

Um generell mehr Leute für das Radfahren zu begeistern, fordert Holderbaum auch mehr Radständer – vor allem am Bahnhof. Ganz neu sind sechs Radboxen auf dem Globus-Parkplatz, die die Völklinger Stadtwerke aufgestellt haben. Dort werde es auch Lademöglichkeiten für Elektrofahrräder geben, teilen die Stadtwerke mit. Weitere Radboxen sollen dazukommen, wobei am Weltkulturerbe Völklinger Hütte bereits welche stehen. Holderbaums Wunsch für das Jahr 2019: Völklingen möge sich, so wie Saarbrücken, am „Stadtradeln“ beteiligen.

Das Saarbrücker Radverkehrsnetz umfasst 215 Kilometer. Dazu zählen Schutzstreifen und die neue Radspur auf der gerade erst sanierten Wilhelm-Heinrich-Brücke. Die hatte Harald Kreutzer vom Radelkollektiv für die Saarbrücker Zeitung getestet – und für gut befunden. Das Kollektiv organisiert saarlandweit Aktionen für mehr Radverkehr. In Nebenstraßen, in denen Tempo 30 gilt, sind nach Angaben der Stadt Saarbrücken keine Radspuren notwendig.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Stadt nach eigenen Angaben die Radwege um 35 Kilometer ausgebaut. Hierzu zählen Gehwege, die auch von Radlern benutzt werden können, Radspuren oder Schutzstreifen mit gestrichelter Linie. Ziel ist laut Verkehrsentwicklungsplan, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in der Stadt Saarbrücken von vier Prozent auf zehn bis zwölf Prozent 2030 zu erhöhen.