Völklingen prüft keine Waffen mehr

Völklingen · Bisher hat die Stadt Völklingen noch eine eigene Waffenbehörde. Ab 2016 ändert sich das, so haben es Stadtrat und Regionalversammlung beschlossen: Der Regionalverband kontrolliert dann auch Völklinger Waffenbesitzer.

Die Waffen- und Jagdbehörde des Regionalverbands Saarbrücken übernimmt zum 1. Januar 2016 die Aufgaben der Waffenbehörde in Völklingen. Das hat die Regionalversammlung in ihrer letzten Sitzung beschlossen. Die Begründung ist simpel: Die Stadt Völklingen hat keine eigene Jagdbehörde. Da aber zur Jagd in der Regel Waffen gebraucht werden, ist eine Trennung von Jagd- und Waffenbehörde wenig sinnvoll. Außerdem sei die Völklinger Waffenbehörde mit nur einer Personalstelle mit den wachsenden Aufgaben überlastet, erläutert Regionalverbandssprecher Stefan Kiefer. Die Waffenbehörde des Regionalverbands ist mit 2,3 Personalstellen besser ausgestattet. Die halbe Stelle mehr, die ab Januar im Regionalverband entsteht, soll von der Stadt Völklingen bezahlt werden.

Damit gibt es nur noch zwei statt bisher drei Waffenbehörden im Regionalverband. Saarbrücken wird seine eigene Jagd- und Waffenbehörde behalten. Hier kümmern sich zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts gleichzeitig um Waffenrecht, Jagd- und Fischereirecht, Sprengstoffrecht und um das Sammlungs- und das Lotteriegesetz. "Selbst wenn der Regionalverband die Aufgaben der Saarbrücker Waffenbehörde übernähme, müssten beim Regionalverband aufgrund der Fallzahlen zwei neue Stellen zusätzlich geschaffen werden, die die Stadt Saarbrücken vermutlich zahlen müsste", sagt Kiefer.

Die Zahlen unterscheiden sich in der Tat nur geringfügig. In Saarbrücken sind 1833 Personen mit Waffenbesitzkarte registriert, in Völklingen sind es 400 und im restlichen Regionalverband 2400. Und die müssen alle drei Jahre überprüft werden.

Die Waffenbehörden sind dafür zuständig, Waffenscheine, Jagdscheine und Waffenbesitzkarten auszustellen sowie den gewerblichen Waffenhandel im Auge zu behalten. Dabei sind die Aufgaben in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Das betrifft zum einen das bundesweite Waffenregister. Es bündelt seit dem 1. Januar 2013 Informationen über alle Schusswaffen in Deutschland. "Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer pro Fall hat sich seitdem nahezu verdreifacht, weil Vorgänge, die vorher parallel abliefen, nun hintereinander erfolgen müssen", berichtet auch Saarbrückens Stadtsprecher Thomas Blug. Außerdem sind die Aufbewahrungsvorschriften für Waffen und deren Kontrollen vor Ort verschärft worden. Und die Kontrollen sind streng. "Kein Restrisiko soll hingenommen werden", betont Marc Schwarz, Mitarbeiter der Waffenbehörde des Regionalverbands. Seine Kollegen und er haben 2015 bereits vier Personen die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen. Zweimal wegen gravierender Mängel bei der Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition, einmal, weil der Inhaber keinen Schießsport mehr ausübt, also keinen Grund mehr hat, Schusswaffen zu besitzen. Einer weiteren Person wurde die Waffenbesitzkarte entzogen, weil sie als unzuverlässig eingestuft wurde.

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