| 15:58 Uhr

Altes Wasserwerk in Völklingen
Tobias Krämer übernimmt den Simschel

Tobias Krämer ist nun Location-Manager im Alten Wasserwerk am Völklinger Simschel.
Tobias Krämer ist nun Location-Manager im Alten Wasserwerk am Völklinger Simschel. FOTO: Bernhard Geber
Völklingen. Das Alte Wasserwerk im Wald am Simschel erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Der Völklinger Tobias Krämer hat zusammen mit einem Partner den Betrieb übernommen. Von Bernhard Geber

Am Alten Wasserwerk im Wald am Völklinger Simschel führt ein beliebter Spazierweg vorbei. Wer vorbeikommt, erlebt eine Überraschung: Es tut sich etwas auf dem jahrelang hermetisch verschlossenen Gelände. Tobias Krämer ist zusammen mit Freunden wie Dennis Ganzwind dabei, Berge von Laub zusammenzurechen und in einen Hänger zu schippen. Und der Völklinger gibt gerne Auskunft: Er hat zusammen mit einem Partner das Alte Wasserwerk übernommen, und beide wollen es als Ort  für Events aller Art anbieten.


Krämer hat gerade erst den Schlüssel von den Stadtwerken erhalten, doch er zeigt sich zuversichtlich: „Draußen ist noch einiges aufzuräumen. Aber innen ist alles da, von Möbeln bis hin zur Küche.“ Nur die Heizung scheint erneuerungsbedürftig. Aber die Stadtwerke hätten versprochen, bald einen neuen Brenner einzubauen.

Die Völklinger Stadtwerke sind Eigentümer des Gebäudes und betrieben es auch selbst. Bis dann auch diese Aktivität der Krise nach dem Abenteuer Fischzucht zum Opfer fiel (siehe Info). Geschäftsführer Michael Böddeker („wir können die Gebäude nicht verschenken“) suchte ähnlich intensiv wie beim Parkhotel nach einer Lösung. Und hat sie nun auch für den Simschel gefunden.



Ein wichtiger Teil der Lösung heißt Tobias Krämer. Der 35-Jährige arbeitet hauptberuflich als angestellter Jurist in der freien Wirtschaft. Krämer, in der Szene unter dem Künstlernamen „DJ Kobi“ bekannt, engagiert sich in vielen Bereichen. Er trug zur Retttung der Aktionsgemeinschaft Heidstock (AGH) bei und brachte mit Veranstaltungen Schwung in die Stadt. Das reichte vom Schaum-Event im Freibad bis hin zu einer Mallorca-Party – mit einschlägigen Gesangs-Größen von der Ferieninsel – im Weltkulturerbe, die unfallfrei verlief. Krämer arbeitet nach eigenen Angaben schon seit mehreren Jahren mit Thorsten Wendt bei der Organisation von Veranstaltungen aller Art („mit bis zu 4000, 5000 Besuchern“) zusammen.

Wendt (32) ist hauptberuflich Fahrlehrer und wohnt in Brotdorf. Er ist Geschäftsführer der neuen Simschel Event Unternehmensgesellschaft. Krämer fungiert als Location-Manager und Ansprechpartner vor Ort. Ziel der beiden ist nun nicht, den Simschel mit Dauerveranstaltungen zu beschallen. Für rauschende Massen-Partys wäre ja das Gebäude auch zu klein. „Wir sehen uns als Vermieter, der externe Veranstalter mit seinen Erfahrungen und Kontakten unterstützt“, sagen Krämer und Wendt. Und die Veranstaltungen könnten sehr vielfältig sein: Hochzeiten, Criminal Dinners, Flammkuchenabende, Konzerte, Tagungen, Konferenzen, Privat- und Firmenfeiern. Als erstes würden nun Fahrlehrer zu einer Fortbildungsmaßnahme erwartet. Die erste öffentliche Veranstaltung am Simschel sei mit einer „Heilig-Morgen-Party“ am 24. Dezember vorgesehen.

Michael Böddeker, Geschäftsführer der Stadtwerke, sagte auf SZ-Anfrage, er freue sich auch, dass Pächter für den Simschel gefunden worden seien. Überzeugt hätten Krämer und Wendt neben der Konzeption für den Betrieb auch mit Ihrer Begeisterung für das Objekt. Der Pachtvertrag laufe zunächst über 14 Monate, sei aber selbstverständlich mit einer Verlängerungsoption ausgestattet. Der vereinbarte Pachtzins sei für beide Seiten akzeptabel. Die Höhe nannte Böddeker nicht.