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Völklingen : Mehr Einsätze für Feuerwehr durch Unwetter

Feuerwehr-Versammlung : Das Gerätehaus braucht Auffrischung

Freiwillige Feuerwehr Völklingen hatte 2018 fast 400 Einsätze – und fordert Investitionen.

Den beeindruckendsten Einsatz des vergangenen Jahres hatte die Freiwillige Feuerwehr Völklingen auf fremdem Terrain zu absolvieren. Und zwar beim Hochwassereinsatz an der Oberen Saar, wie Wehrführer Herbert Broy am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen im Dorfgemeinschaftshaus Geislautern ins Gedächtnis rief: „In Kleinblittersdorf war tatsächlich Land unter.“

Zuvor hatte Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) erstmals als Chefin der Wehr gesprochen – diesen Posten hat sie im Juni 2018 zusammen mit dem OB-Amt übernommen: „Nur mit dem flächendeckenden Netz kann die Freiwillige Feuerwehr den Schutz der Bürger sicherstellen.“ Zentrum dieses Netzes ist das Feuerwehrgerätehaus in der Innenstadt. Das allerdings ist in die Jahre gekommen. „Neubau oder Umbau, egal, es muss jetzt zügig gehen“, sagte der Wehrführer. Er hielt – auch angesichts der anstehenden Kommunalwahlen – die Kommunalpolitiker dazu an, , den Feuerwehrbedarfsplan umzusetzen. Seinen Leitsatz hat Broy bei Goethe entliehen: „Erfolg hat drei Buchstaben: Tun!“

Auch warnte er davor, an den Ausrückzeiten zu schrauben. Wichtigster Eckpfeiler ist dabei die Acht-Minuten-Marke. In dieser Zeit, so lautet derzeit die Regel, sollen erste Rettungskräfte nach der Alarmierung vor Ort sein Kämen sie nur wenige Minuten  später, so Broy, tendiere die Überlebenswahrscheinlichkeit für im Rauch gefangene Personen gegen Null.

396 Einsätze haben Völklinger Feuerwehrleute im Vorjahr absolviert. Dabei haben die professionell ausgebildeten Ehrenamtlichen 45 Personen aus lebensbedrohlichen Lagen befreit, nur bei vier Personen kam jede Hilfe zu spät. Aktuell gehören den Völklinger Löschbezirken 411 Feuerwehrleute an, darunter 297 Aktive, 50 Jugendliche und 64 Mitglieder der Alters-Wehr.

Saarlandweit liegt die Zahl der Einsätze bei 10 700, ein starker Anstieg, berichtete Landesbrandinspektor Timo Meyer. Besonders die Unwetter-Einsätze,  3500 an der Zahl, hätten zu der Steigerung beigetragen. Meyer kündigte außerdem Bestrebungen an, die Altersgrenze für Feuerwehrleute aufzuweichen. Aktuell liegt sie im Saarland bei 65 Jahren; analog zum Berufsleben sollen Feuerwehrleute bis 67 Jahre aktiv bleiben dürfen – während sie auf Wunsch auch weiterhin ab 60 Jahre in die Altersabteilung wechseln dürfen.

Und auch vom Feuerwehrverband gibt es Neues, wie der Vorsitzende im Regionalverband, Thomas Quint, berichtete. Gerade wiedergewählt, will der sich in der neuen Amtsperiode vor allem darauf konzentrieren, die Feuerwehrrente einzuführen.