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Völklingen kauft E-Busse und baut Ladesäulen und E-Bus Werkstatt

Neue Technologie für den ÖPNV : Was süße Katzen mit den neuen E-Bussen in Völklingen zu tun haben

Ab Januar sollen die ersten drei E-Busse durch Völklingen rollen. Damit ist die Stadt Vorreiter im Saarland. Beim Motiv für die Fahrzeuge dürfen die Saarländer mitentscheiden.

Die Stadt Völklingen möchte ab 22. Januar 2022 drei E-Busse für den öffentlichen Nahverkehr einsetzen. Damit ist Völklingen die erste Kommune im Saarland, die auf elektrischen Busse setzt. Die Fahrzeuge kosten zwischen 550 000 und 800 000 Euro – etwa doppelt so viel wie ein konventioneller Diesel-Bus kosten würde. Die Anschaffung ermöglicht der Bund mit einer Förderung von 80 Prozent des Preises. Bis 2023 hat die Stadt sechs Busse bestellt, doch bis 2031 könnte die gesamte Flotte von 35 Bussen elektrifiziert sein. „Das geht aber nur, wenn der Bund weiter fördert“, sagt Thorsten Gundacker, Geschäftsführer der Völklinger Verkehrsbetriebe (VVB).

Die E-Busse sehen den Verbrennern zwar ähnlich, weisen jedoch einige Neuerungen auf: Sie verfügen über Abbiegeassistenten, Kameras statt Außenspiegel, WLAN für Mitfahrende und nur noch eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern, bevor sie an „die Steckdose“ müssen. Stadtwerke und VVB bereiten derzeit die nötige Infrastruktur dafür vor. Ein Planungssystem berechnet Fahr- und Standzeiten, die Werkstatt wird zu einer E-Bus-Werkstatt umgebaut, und mehrere Ladesäulen werden gebaut. Diese brauchen trotz starker Leistung von 150 kW bis zu acht Stunden, um eine Batterie – sie ist unter dem Dach angebracht – vollständig aufzuladen.

Während Saarbrücken und andere Saar-Städte derzeit noch die Anschaffung von Wasserstoff-Bussen ausloten, hat man sich in Völklingen bewusst gegen diesen Antrieb entschieden: „Wir haben lange diskutiert, aber diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und außerdem bräuchten wir eine Wasserstofftankstelle für zwei Millionen Euro“, erklärt Gundacker die Entscheidung.

Die ersten E-Busse im Saarland können von der Bevölkerung mitgestaltet werden. Weil die Busse so leise sind, dass man beim Fahren nur ein Schnurren hört, soll eine Katze die Busse zieren. Das erklärt Michael Rennig, Chef der Werbeagentur „mec“, die auf diese Idee gekommen ist. Bei einem Wettbewerb können Katzenbesitzer Bilder ihrer Lieblinge bis zum 1. Dezember einsenden und dann entscheidet eine Jury, welches Tier gewonnen hat. Die Gewinnerkatze wird im Großformat-Bild auf die Busse gezogen und soll mindestens ein Jahr dort bleiben.