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Einstimmige Entscheidung
2021 ist der Gelbe Sack Geschichte

Gelbe Säcke werden abgeholt. Ihr transparentes Material zeigt, dass Konservendosen drin sind, Saft-Tetrapacks, Sahnebecher – all das wird  im Dualen System wiederverwertet. Bei der Gelben Tonne lässt sich schlechter erkennen, ob die Bürger ihren Müll richtig sortiert haben. Aber die Tonne sorgt für mehr Sauberkeit im Stadtbild.
Gelbe Säcke werden abgeholt. Ihr transparentes Material zeigt, dass Konservendosen drin sind, Saft-Tetrapacks, Sahnebecher – all das wird  im Dualen System wiederverwertet. Bei der Gelben Tonne lässt sich schlechter erkennen, ob die Bürger ihren Müll richtig sortiert haben. Aber die Tonne sorgt für mehr Sauberkeit im Stadtbild. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Völklingen. Mit dem Ärgernis Gelber Sack wird es in zwei Jahren vorbei sein. In Völklingen ersetzt ihn ab 2021 die Gelbe Tonne – das ist jetzt beschlossen. Von Thomas Annen

Klagen über zerrissene dünne Müllsäcke oder über fehlenden Tüten-Nachschub gehören bald der Vergangenheit an. Der Gelbe Sack. immer wieder umstritten, immer wieder Ärgernis, hat in Völklingen in gut zwei Jahren ausgedient. Er wird – wie bereits berichtet – durch ein neues Gefäß ersetzt: Am 1. Januar 2021 führt der Entsorgungszweckverband Völklingen (EZV) die Gelbe Tonne für Leichtverpackungen ein. Das hat die Verbandsversammlung des EZV am Donnerstagabend einstimmig und ohne längere Diskussion beschlossen. Offensichtlich waren die Stadtratsfraktionen im Vorfeld bereits umfassend informiert worden.


„Die Vorteile überwiegen ganz klar“, sagte EZV-Geschäftsführer Stefan Lang. Er betonte, dass die Gelbe Tonne für die Bürger kostenfrei sei, ebenso wie jetzt der Gelbe Sack. Gebühren würden nicht erhoben. Man werde auf eine 14-tägige Abfuhr drängen, erklärte Lang weiter. Dieses Intervall lasse  sich allerdings nur durchsetzen, wenn es wirtschaftlich sinnvoll sei.

Der Systembetreiber, das Duale System Deutschland GmbH, wird die Aufträge für die Gelbe Tonne ausschreiben. So wie er es bisher auch bei den Gelben Säcken getan hat: Deren Einsammlung und Bereitstellung liegen in privater Hand, sie sind nicht Sache von EZV und Stadt. Zuständig ist derzeit die Firma Paulus in Friedrichsthal.



Bei der Entscheidung für die Gelbe Tonne handelt es sich um einen Grundsatzbeschluss; viele Fragen und Details sind noch zu klären, bevor die Tonne den Plastiksack ersetzen kann. „Jetzt stehen erst mal langwierige Verhandlungen an“, sagte Stefan Lang mit Blick auf die Gespräche mit dem Dualen System.

Möglich macht die Umstellung das neue Verpackungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Nach seiner Einführung dürfen die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger bestimmen, wie Leichtverpackungen gesammelt werden.

In der Sitzungsvorlage erläutert die EZV-Geschäftsführung, warum die Umstellung aus ihrer Sicht sinnvoll ist. Vor allem die Sauberkeit der Stadt wird verbessert: Verwehungen bei Sturm sind nicht mehr möglich. Vorbei auch die Zeiten, in denen der Müll in der Gegend herumfliegt, weil die Plastiktüten durch Tiere oder scharfkantige Konservendosen zerrissen werden. Außerdem locken die Nahrungsreste in den Säcken Schädlinge an.

Weitere Vorteile der Gelben Tonne: Die Fahrt zu den Sack-Ausgabestellen entfällt, und bei der Abfuhr besteht für die Arbeiter keine Gefahr mehr, sich an scharfen Gegenständen zu verletzen. Auch ein ökologischer Aspekt wird genannt. „Der Kunststoffverbrauch bei der Sackproduktion für einen Haushalt entspricht bereits nach acht Jahren der Kunststoffmasse einer gelben Tonne“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Ein Nachteil des neuen Systems: Es wird eine schlechtere Wertstoffqualität befürchtet als bei den durchsichtigen Tüten. Bei den  Tonnen ist nur schwer zu kontrollieren, was darin entsorgt wird. Außerdem brauchen die Gefäße mehr Platz als ein Sack, den man auch mal auf dem Balkon oder im Keller lagern kann. Aber hier verweist der EZV auf andere Städte wie Köln oder Frankfurt, die erfolgreich die gelbe Tonne eingeführt hätten. In Einzelfällen könne es zu Problemen kommen, räumte Stefan Lang ein. Dann werde man gemeinsam eine Lösung finden.

Völklingen ist erst die zweite Kommune im Saarland, die den Gelben Sack durch eine Tonne ersetzt. Saarbrücken war mit dieser Entscheidung im September vorangegangen.