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Ortsräte beraten Verkehrsentwicklungsplan
Rathausstraße soll vorerst offen bleiben

Die Völklinger Rathausstraße: links das Alte Rathaus, rechts das ehemaligen Kaufhofgelände, auf dem der Modepark Röther entstehen soll.
Die Völklinger Rathausstraße: links das Alte Rathaus, rechts das ehemaligen Kaufhofgelände, auf dem der Modepark Röther entstehen soll. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Ortsräte beraten über den Verkehrsentwicklungsplan: In Unterlagen ist nun von einer „flexiblen Lösung am Alten Rathaus“ die Rede. Von Bernhard Geber

Geschäftsleute in der Innenstadt können aufatmen. Zumindest vorerst wird die Rathausstraße im Herzen der City nicht zur Sackgasse. In einer Erstfassung des künftigen Verkehrsentwicklungsplans (VEP) war ins Auge gefasst worden, in Höhe Altes Rathaus und künftiger Modepark Röther künftig nur noch Busse passieren zu lassen. Nun soll auch die Durchfahrt zumindest auf absehbare Zeit auch für Autos offen bleiben. Dies geht aus dem Ergebnisprotokoll einer Besprechung im April hervor, das nun in den Sitzungsunterlagen für die Ortsräte aufgetaucht ist (Wortlaut siehe Info).


Bei einer spontanen Unterschriftensammlung um die Jahreswende hatten sich weit über 700 Kunden gegen eine neue Verkehrsführung in der Völklinger Innenstadt ausgesprochen. Das Protokoll mit der inhaltsschweren Notiz ist den Unterlagen beigefügt, die nun in die weitere Beratung gehen.

Die Ortsräte von Völklingen, Ludweiler und Lauterbach tagen bereits an diesem Montag, 17. September, ab 17 Uhr gemeinsam im Großen Saal des Neuen Rathauses. Es geht hier um die – so genannte – „vorläufige Endfassung“ des Planes. Einen Tag später (Dienstag, 18. September, 17 Uhr) ist der Ausschuss für Stadtentwicklung am Zug. Im November soll der Völklinger Stadtrat definitiv den Verkehrsentwicklungsplan beschließen. Dieser soll dann bis zum Jahr 2030 gelten. Das Darmstädter Büro „R+T Ingenieure für Verkehrsplanung“ hatte unter Federführung von Frank Schleicher-Jester bereits Ende des Jahres 2015 mit der Erarbeitung des Plans begonnen: Auftragssumme (damals) rund 140 000 Euro.



Das ursprüngliche Konzept in groben Zügen: Das Planungsbüro möchte die ganze Völklinger Innenstadt wie auch sämtliche Stadtteile nahezu flächendeckend mit Tempo-30-Zonen und Tempo-30-Strecken ausstatten. Bei wesentlichen Durchgangsstraßen soll es in der Regel bei Tempo 50 bleiben.

Mit dem Aufschub für die Rathausstraße liegt nun wohl auch die grundlegende Veränderung der Verkehrsführung in der Innenstadt zunächst auf Eis. „Der ,Rundparcours’ Bismarckstraße – Poststraße – Rathausstraße hat uns bis jetzt geholfen, zu überleben, und darf nicht abrupt gekappt werden“, hatte Nora Becker als Sprecherin der Geschäftsleute immer wieder betont.

In der Planzeichnung für die Innenstadt ist aber nach wie vor ein so genannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich („Tempo-20-Zone“) enthalten. Dieser soll die Rathausstraße vom Bahnhof aufwärts, die Bismarckstraße bis zur Hüttenwerkstraße, die obere Karl-Janssen-Straße und die Moltkestraße bis über die Straße Zum Markt hinaus umfassen.

Mittlerweile wird in der Planung (laut besagtem Ergebnisprotokoll) zwischen kurzfristigen Maßnahmen („Stufe 1“) und mittelfristigen Maßnahmen („Stufe 2“) unterschieden. Unter Stufe 1 fallen Tempo 30 nachts in einigen Bereichen der Ortsdurchfahrten (zum Beispiel Bismarckstraße) und Tempo 30 ganztags, wo es „verkehrlich unkritisch“ sei (zum Beispiel Schaffhauser Straße).

Die genannte Stufe 2 enthält dann Tempo 30 ganztags in weiteren Bereichen, zum Beispiel auf großer Länge im Lauterbachtal.

Die Einzelpläne (Stand März 2018) und der insgesamt über 150 Seiten umfassende Textteil (Stand Juni 2018) sind auf der Internetseite der Stadt Völklingen eingestellt. Man findet sie, wenn man auf der Seite www.voelklingen.de folgendem Pfad folgt: Rathaus – Stadtplanung und Stadtentwicklung – Verkehrsplanung – Verkehrsentwicklungsplan.