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Autokino am Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Entspannt ins Autokino-Wochenende

Michael Woll, Geschäftsführer der Evented GmbH, am Filmprojektor. Dieser steht in 80 Metern Entfernung zur aufblasbaren Leinwand. Insgesamt sechs Filme umfasst das diesjährige Autokino-Programm am Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
Michael Woll, Geschäftsführer der Evented GmbH, am Filmprojektor. Dieser steht in 80 Metern Entfernung zur aufblasbaren Leinwand. Insgesamt sechs Filme umfasst das diesjährige Autokino-Programm am Weltkulturerbe Völklinger Hütte. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Bereits zum 17. Mal ist nun wieder Zeit fürs Autokino am Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Wir waren bei den Vorbereitungen dabei. Von Ulrike Paulmann

Trist-graue Wolken hängen am Donnerstagnachmittag über dem großen Platz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Es tröpfelt und nieselt. Mal weniger, mal mehr. Auch auf die riesige Leinwand, die vor wenigen Stunden hier aufgebaut beziehungsweise aufgeblasen wurde.


Doch Michael Woll ficht das eher mäßige Wetter nicht an. „Lieber jetzt so und nachher besser“, sagt der 44-Jährige gelassen. Die Leinwand, der Projektor im Lkw, 80 Meter davon entfernt, das alles sei regensicher. „Nur Sturm wäre schlecht.“ Schließlich biete die Leinwand mit den Bildmaßen 24 auf 11 Meter (ihm zufolge eine der größten aufblasbaren Leinwände Deutschlands) dem Wind eine riesige Angriffsfläche. Aber der Blick auf seine Handy-App sagt ihm: Heftiger Wind ist nicht zu erwarten. Und es soll besser werden.

Gut so. Denn in wenigen Stunden wird auf der großen betonierten Fläche an der Hütte wieder das Völklinger Autokino beginnen, veranstaltet von der Firma Evented GmbH aus Ensdorf. Und deswegen sind Evented-Geschäftsführer Woll, zwei Techniker, eine Auszubildende und fünf Helfer hier eifrig zugange. Die Leinwand positionieren, verankern und aufblasen, den Lkw mit dem Hochleistungskinoprojektor und die UKW-Antenne (der Ton wird über UKW in die Autoradios gesendet) ausrichten, das Kassenzelt, den Kiosk aufbauen und vieles mehr: Es ist für das Team einiges zu tun.



Doch ob mit oder ohne Regen, alles läuft nach Plan. „Ganz entspannt“, sei er, gibt auch der technische Leiter Martin Blechschmidt zu Protokoll. Er ist an allen Kino-Tagen der Vorführer und freut sich nun, weit gereist, besonders, „direkt vor der Haustür“ zu arbeiten. „Das ist mal eine Veranstaltung, wo dann auch Freunde und Bekannte kommen“, so der 35-jährige Völklinger.

Auch Michael Woll, der mit seiner Firma in ganz Deutschland unterwegs ist, ist froh über ein „Heimspiel“. Und ist begeistert von dem längst vertrauten Veranstaltungsort. „Das ist ein außergewöhnlicher Platz.“ Die Infrastruktur passe: Die Fläche sei groß, geteert, ohne Einbauten: „Bundesweit gibt es keinen Platz, der sowas hergibt.“ Und das alles am Weltkulturerbe mit der besonderen Atmosphäre: „Supertoll!“

Bis zu 500 Autos passen bei einer Vorstellung auf den Platz. Er rechnet bei den sechs Filmen mit bis zu 2000 Gästen insgesamt. „Der Vorverkauf lief gut.“ Spitzenreiter sei „Mamma Mia!“, der Film am Sonntagabend, mit bis dato über 250 Karten. Bei dem filmischen Angebot habe er auf eine große Mischung geachtet, vom Kinderfilm bis zum Thriller.

Autokino sei heutzutage „retro“, eine „ausgestorbene Rasse“, sagt der Veranstaltungsprofi, eben das gefalle ihm. „Das geht nicht das ganze Jahr über, aber als Event schon.“ 35 bis 40 Autokinoveranstaltungen realisiert er pro Jahr. Und weiß, dass es da auch ganz eigene Phänomene gibt: „Die meisten kommen schon rund eineinhalb Stunden vor dem Beginn“, sagt Woll, „ab einer halben Stunde vorher trifft kaum einer mehr ein.“

Zum Ablauf erklärt er: „An der Kasse gibt es Infozettel, wegen des Senders.“ Freie Platzwahl gibt es nicht. „Jeder bekommt einen Platz zugewiesen, damit jeder die beste Sicht hat und es kein Chaos gibt.“

Sorgen, dass etwas schiefgeht, könnte man sich als Laie schon machen – schließlich parken beim SZ-Besuch am Nachmittag hier noch diverse Autos, die beim Kinoevent im Weg wären. Doch auch diesbezüglich ist der Chef ganz entspannt: „Die fahren rechtzeitig weg“, das weiß Woll aus langjähriger Erfahrung. Und mittlerweile hat es auch aufgehört zu regnen.