Vielleicht das letzte Mal?

Viele Völklinger Chor-Vereine haben ein Problem: Die Zahl der Mitglieder sinkt, das Durchschnittsalter der Sänger steigt. Ob das traditionelle Heidstocker Sommerkonzert eine Zukunft hat, ist ungewiss.

Zwei Jahre vor dem großen Jubiläum geht den Heidstocker Sängern der Atem aus. Zum 48. Mal haben sie am Mittwochabend ein Promenadenkonzert im Stadtteil gestaltet. Und wie Völklingens Kulturamts-Chef Karl-Heinz Schäffner befürchtet, könnte es das letzte gewesen sein.

"Es wird schwer", sagt der Vorsitzende des Männergesangsvereins Völklingen-Heidstock, Berthold Mildenberger, zunächst noch seufzend. Um dann in seiner Ansprache doch ein düsteres Bild zu zeichnen: "Unser Gesangverein wird jetzt 66 Jahre alt und hat die Rente beantragt." Auftritte bewältigen die elf verbliebenen Sänger nur noch mit Unterstützung. Meistens ist es das Herren-Doppelquartett Schaffhausen, zum Promenadenkonzert der Heidstocker Frauenchor Viva Voce. Gemeinsam lassen sie singend unter anderem die Liebe hochleben: "Viva l'amore"

"Auch der Gemischte Chor Altenkessel ist heute mit dabei, er ist bekannt durch seine russisch-orthodoxen Gesänge", sagt Mildenberger. Und der Männergesangverein Ludweiler, der in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen seines Vereins feiert. Etwas traurig gratuliert Mildenberger aus einem anderen Grund: "Sind sie doch ab 2017 einzig verbliebener aktiver Chor Völklingens."

Außerdem kündigte er das Orchester des Musikvereins Lauterbach an. Während dessen Dirigent Holger Nießling Premiere bei einem Völklinger Promenadenkonzert feiert, ist das Orchester seit Jahren Stammgast. Das Promenadenkonzert auf dem Heidstock ist eine Veranstaltung der Mittelstadt Völklingen, wie Mildenberger informiert. Der Männergesangverein agiert als Ausrichter auf dem gut besuchten Schulhofgelände.

Übrigens kommen die Beiträge der fünf Kultur treibenden Vereine prima an, für jeden gibt es reichlich Applaus. Und die Gäste genießen die Vorträge. Schließlich könnte es ja das letzte Mal sein.