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| 20:28 Uhr

Kolumne
Vielen Dank aber auch . . .

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Neulich hat schon mal jemand heftig an mir beziehungsweise an meiner Kleidung rumgekrittelt. Der Mensch hat einen anderen Geschmack als ich, man kann wenig bis nichts daran ändern. Von Michèle Hartmann

Der Knüller aber war der Nachwuchs. Stolz wie ein Spanier führe ich ihm vor  wenigen Tagen diese todschicke Strickweste vor. Die habe ich noch nie getragen, doch heute soll sie zur Geltung kommen. Gefunden habe ich das sündhaft teure Teil in einer Boutique. Eine mich begleitende Freundin fand die dreifarbige Weste ebenfalls super, weil sehr ausgefallen, also habe ich sie gekauft. Es ist so eine Art Poncho, aber mit langen Ärmeln. Und sehr langen Fransen. Vor allem aber glänzt das tolle Gewand durch einen Wasserfallkragen. Das ist ein sehr breiter Kragen, den man von rechts nach links oder umgekehrt über die Schulter werfen kann.

Den jungen Mann treffe ich in der Küche, als ich mich gerade drehe und wende in dem wunderbaren Kleidungsstück. Als ich mir eben vorstelle, wie viele Komplimente es hageln wird, wenn das edle Teil  erst einmal außer Haus gerät. „Schau mal“, sag’ ich zum Nachwuchs, „ wie findest du die?“ Und wieder drehe ich mich um die eigene Achse in modischer Glückseligkeit. Da blickt er langsam von der Arbeitsplatte auf – lässt eben mal das anzufertigende Nutella-Brot außer acht und schaut mich an. Zu beobachten ist ein leicht verzerrter Gesichtsausdruck, gefolgt von den Worten: „Mudda, das Ding sidd aus wie e Wolldeck.“

Allerbesten Dank für die maximale Verunsicherung. Vielen Dank dafür, dass ich die Strickweste nun einmotten werde. Mit dir schwätz ich 14 Daach nix meeeh.