Stadtteilforum plant fürs übernächste Jahr: Versöhnungskirchen-Anwohner wollen Ruhe

Stadtteilforum plant fürs übernächste Jahr : Versöhnungskirchen-Anwohner wollen Ruhe

Der neue Platz an der Versöhnungskirche soll nachts ruhig bleiben, meint das Stadtteilforum. Und es wünscht sich neuen Schulbetrieb im Mühlgewann-Bau.

Die Stadt Völklingen und das Diakonische Werk an der Saar (DW) möchten auch zukünftig vom Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) profitieren. Die aktuelle Förderperiode endet am 31. Dezember 2018. Die zuständigen Stadtrats-Ausschüsse hätten sich bereits für eine erneute Bewerbung ausgesprochen, erläuterte Stadtteilmanagerin Doreen Fischer am Mittwoch im Stadtteilforum Nördliche Innenstadt. Die nächste Förderperiode geht von 2019 bis 2022. Auch in der neuen Runde stehen Langzeitarbeitslose und die lokale Ökonomie im Fokus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Herausforderungen der Digitalisierung. So könnten etwa Kurse zur Online-Bewerbung angeboten werden.

Bisherige Aktivitäten dürfen nicht in gleicher Form weitergeführt werden, wenn sie erneut gefördert werden sollen, erläuterte DW-Projektkoordinator Dieter Schumann. Man müsse neue Angebote konzipieren oder bereits bestehende weiterentwickeln. Ob die Partner bei einer Bewerbung auch den Zuschlag bekommen, ist ungewiss. „Es ist im Prinzip ein Lotteriespiel“, sagte Schumann. Im Erfolgsfall winken mindestens 300 000 Euro, die maximale Fördersumme beträgt zwei Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf zehn Prozent.

Auch über die Zukunft des Mühlgewann-Gebäudes wurde diskutiert. Die Einrichtung eines Sozialzentrums sieht das Stadtteilforum skeptisch. Die Befürchtung: Zögen sozialer Einrichtungen ins ehemalige Mühlgewann-Schulhaus ein, dann entstünden an anderen Stellen neue Leerstände. Die Mitglieder favorisieren eine schulische Nutzung. Wenn dort Grundschüler unterrichtet werden sollen, erläuterte Fischer, müsse die Stadt das Gebäude übernehmen. Wobei vor dem Schulbetrieb eine umfangreiche Sanierung nötig wäre. Kostenpunkt: etwa fünf Millionen Euro. Eine Maßnahme, so Fischer, die die Stadt ohne Zuschüsse nicht stemmen könne.

Im Stadtteiltreff informierte die Stadtteilmanagerin auch über den Umbau zweier Straßen. Die Kanalsanierung in der Hochstraße ist abgeschlossen. Läuft mit der Förderung alles glatt, wird im Frühjahr mit der Neugestaltung begonnen. In der Karlstraße sollen die Tiefbauarbeiten im Frühjahr starten, die Oberflächengestaltung wird dann voraussichtlich Ende 2018 in Angriff genommen. Im Frühjahr oder im Sommer 2018 rücken auch in der Grundschule Bergstraße Handwerker an. Mit Hilfe eines Förderprogramms sind dort umfangreiche Baumaßnahmen geplant – unter anderem die Erneuerung des Dachs, die Sanierung der WC-Anlagen, der Einbau eines Aufzugs und die Umgestaltung des Schulhofes.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Umfeldgestaltung der Versöhnungskirche. „Was können Sie sich für diese Fläche vorstellen?“, fragte Fischer mit Blick auf den Platz, der nach dem Abriss des Martin-Luther-Hauses entstanden ist. Zusätzliche Parkplätze, betonte sie, schließe der Fördermittelgeber aus. Ein Vorschlag aus der Runde: ein Park mit Infotafeln zur Völklinger Geschichte. Die Anwohner wünschen sich ein Konzept, das ihre Nachtruhe schützt. Ihre Forderung: kein Grillplatz und keine Multifunktions-Arena. Außerdem soll der Spielplatz besser einsehbar werden, damit ungebetene Gäste dort nicht ihr Unwesen treiben können. „Ihre Bedenken werden ernst genommen“, versicherte Fischer. Zunächst werden jetzt noch weitere Ideen gesammelt. Stehen erste konkrete Pläne fest, informiert man die Quartiersbewohner in einer Bürgerversammlung. Im nächsten Jahr möchte das Stadtteilforum auf dem Platz einen Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen.

Bereits im Mai 2018 ist im Quartier ein Stadtteilfest geplant. „„Für die Bevölkerung, mit der Bevölkerung, von der Bevölkerung“, sagte Stadtteilmanagerin Fischer. In eine Spalte der Teilnehmerliste trugen sich Mitglieder ein, die in einer entsprechenden Arbeitsgruppe mitwirken wollen. Und eine weitere Spalte war für diejenigen reserviert, die eine eigene Internetseite des Stadtteilforums mitgestalten möchten.

Mehr von Saarbrücker Zeitung