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Versöhnungskirche in Völklingen seit neun Monaten ohne Pfarrer

Stelle seit neun Monaten offen : Noch immer kein Pfarrer für die Versöhnungskirche

Seit neun Monaten ist der Posten unbesetzt. Auch in anderen Gemeinden im Saarland mangelt es an passenden Bewerbern.

Das neugewählte Presbyterium der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Völklingen will in wenigen Tagen seine Amtseinführung feiern. Eine Nachfolge für die im vergangenen Sommer verabschiedete Pfarrerin Rita Wild (wir berichteten) wird man aber auch dann vergeblich suchen. Der Pfarrersposten der Gemeinde bleibt auch neun Monate nach dem Weggang von Wild weiterhin vakant. Entsprechende Informationen bestätigte jetzt das Presbyterium auf SZ-Anfrage.

Die sinkenden Zahl evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in der Rheinischen Kirche – zu dem ein großer Teil der saarländischen Protestanten gehört – sowie die vergleichsweise höhere Arbeitsbelastung für Pfarrer im Saarland seien laut Elke Birn-Mahr, der Vorsitzenden des Presbyteriums, ein Grund dafür, warum die Stelle noch immer unbesetzt ist. Während im benachbarten Rheinland Katecheten, hauptamtliche Musiker oder Verwaltungskräfte die Pfarrerschaft in vielen Arbeitsfeldern entlasten, könne man sich diese hierzulande nicht leisten, wodurch sehr viel Arbeit beim Pfarrer hängen bliebe. „Infolgedessen gab es nach der ersten Ausschreibung nur zwei Bewerbungen. Die Personen und ihre Arbeitsschwerpunkte passten aber nicht nach Völklingen“, erklärt Birn-Mahr.

Die frühere Pfarrerin der Völklinger Versöhnungskirche: Rita Wild. Foto: BeckerBredel

Auch in den anderen evangelischen Gemeinden im Saarland scheint es Probleme zu geben, neue Pfarrer oder Pfarrerinnen einzustellen. „Wir haben vor allem ein Nachwuchsproblem“, informiert Helmut Paulus, Sprecher der Evangelischen Kirchenkreise an der Saar. Viele junge Pfarrer würden in der Region für sich keine Zukunft sehen.

Ein inoffizieller Nachfolger scheint für die vakante Pfarrerstelle in Völklingen aber gefunden zu sein. Wie Elke Birn-Mahr erklärt, habe die Kirchengemeinde mit dem Völklinger Krankenhauspfarrer Johann Christoph Schmidt einen Vertrag geschlossen. Für die Übergangszeit würde dieser verbindlich Gottesdienste und Amtshandlungen übernehmen, sodass die Gemeinde „gut versorgt“ sei. Mitte März wolle man dann eine zweite Ausschreibung für die offene Pfarrerstelle veröffentlichen.