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Ludweiler
Verlängerte Bauzeit durch die Witterung

In der Werbelner Straße im Völklinger Stadtteil Ludweiler geht es mal wieder nur abwechselnd in eine Richtung voran — die  Ampelschaltung regelt den Rhythmus.
In der Werbelner Straße im Völklinger Stadtteil Ludweiler geht es mal wieder nur abwechselnd in eine Richtung voran — die  Ampelschaltung regelt den Rhythmus. FOTO: Andreas Lang / Picasa
Ludweiler. Die Arbeiten in der Werbelner Straße dauern an. Anwohner, vor allem an den Umgehungsstrecken, sind sauer. Von Andreas Lang

  Wieder gibt es in Sachen Baufortschritt in der Werbelner Straße in Ludweiler nur einen Etappensieg zu vermelden, wie unsere Nachfrage bei der Völklinger Stadtverwaltung zeigt. So meldet Stadtsprecher Uwe Grieger: „Zur Zeit laufen die Bauarbeiten in der Werbelner Straße im Bereich der Einmündung Hahnenkopfstraße. Hier musste noch eine zusätzliche Leitungskreuzung im Fahrbahnbereich hergestellt werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich in der nächsten Woche fertig gestellt.“


Ein Ende der Gesamtmaßnahme bedeutet das aber noch lange nicht. Denn nach Fertigstellung werde die Verkehrssicherung zwischen der Hahnenkopfstraße und der Einmündung Josefweg eingerichtet, und es werde mit den Bauarbeiten im Bereich des Gehweges begonnen.

Und somit wird es auch nichts mehr mit dem Ziel,  das  Bald-Oberbürgermeisterin Christiane Blatt noch als Ortsvorsteherin in Ludweiler ausgegeben hatte: Sie hatte gehofft, den Abschluss der Bauarbeiten noch in diesem Amt erleben zu können. Doch vor wenigen Wochen hat sie es mit der Niederlegung ihres Ortsratsmandats aufgegeben, der Rat hat inzwischen den Sozialdemokraten Andreas Willems zum neuen Ortsvorsteher gewählt.



Finden die Bauarbeiten dann wenigstens ihr Ende, ehe Blatt den Diensteid als Oberbürgermeisterin zum 1. Juni ablegt? Das wird mehr als knapp. Denn aus den zuständigen Behörden hat Grieger erfahren: „Dieser Bauabschnitt dauert voraussichtlich bis Juni. Die geplante Bauzeit zur Durchführung der gesamten Baumaßnahme hat sich um zirka zwei Monate verlängert.“ Gründe hierfür seien die witterungsbedingten Ausfälle überwiegend in den Monaten von Januar bis März. Und es mussten noch zusätzliche Arbeiten ausgeführt werden, nämlich „die Verlegung eines Glasfaserkabels mit Herstellung der erforderlichen Kabelschächte,  zusätzliche Instandsetzungsarbeiten mit Kabelverlegung in der Völklinger Straße“.

Sauer sind die Anwohner vor allem an den Umleitungsstrecken. So meldet sich Herbert Kreis als Sprachrohr der Anwohner aus Hohl-, Händel- und Brahmsstraße, er selbst wohnt in der Händelstraße: „Sie beschweren sich schon seit dem Frühjahr 1979, also seit 39 Jahren, über den ständig anwachsenden Durchgangsverkehr in ihren Straßen.“ Besonders ärgert ihn, dass dies oft verschwiegen wird, wenn es öffentliche Verlautbarungen zum Thema gibt.

Dementsprechend lang sei auch die Liste der Stadtoberhäupter, die sich des Problems annehmen wollten. Namentlich nennt er lediglich Amtsinhaber Klaus Lorig – womöglich  der parteipolitischen Ausgewogenheit wegen, denn Lorig vertritt in einer langen Liste von Sozialdemokraten, die Blatt demnächst fortsetzt, als einziger die Farben der CDU.

Zurück zum Problem, das die zeitweise Vollsperrung der Werbelner Straße über die vergangenen Jahre noch verschärft hat. Denn Ameisen gleich haben sich die Kraftfahrer neue Wege gesucht,  und die führten eben im wesentlichen über die Hohlstraße. Die Folgen beschreibt Kreis so: „Der Durchgangsverkehr hat sich in dieser Zeit enorm verstärkt. Und jetzt, da die Straße wieder befahrbar ist, ist der erhöhte Verkehr in den Anliegerstraßen geblieben.“ Von der Kommunalpolitik fühlt er sich in dieser Sache im Stich gelassen: „Man tut so, als gebe es das Problem nicht, handelt nach der Politikermaxime, sitzt es aus und schweigt es tot.“