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Verkehrsnöte an der Schaffhauser Straße: Verkehrsnöte an der Schaffhauser Straße

Verkehrsnöte an der Schaffhauser Straße : Verkehrsnöte an der Schaffhauser Straße

Seit Jahren schon gehen Krach und Abgase an der Wehrdener Haupt-Durchgangsstraße den Anwohnern auf die Nerven. Bei der jüngsten Sitzung des Stadtteilforums waren sie erneut ein Aufreger.

Um Straßen, Handwerkerpark und Meisterhäuser drehte sich die jüngste Sitzung des Stadtteilforums Wehrden. Der eigentliche Knaller für den Stadtteil kommt aber erst nach den Sommerferien: die Verkehrsberuhigung in der Schaffhauser Straße.

„Wehrdener! Wie lange wollt ihr euch nach veräppeln lassen?“ Das rief ein sichtlich erboster Wehrdener Rentner in der jüngsten Sitzung des  Stadtteilforums. Eine offene Veranstaltung, 30 Bürger sind gekommen. Und leidenschaftlich dabei bei allen Themen.

Insbesondere   Lärm, Abgas, Feinstaubbelastung und Dreck in der Schaffhauser Straße sind und bleiben ein Aufreger. Seit Jahren bemüht sich das Stadtteilforum um eine Verbesserung, bislang erfolglos. „Dann müssen wir eben Unterschriften sammeln, Demos veranstalten, die Straße blockieren!“, fordert der Rentner. „Sie sprechen mir aus der Seele“, sagt Anne Herzhauser, im Stadtteilforum zuständig für den Bereich Wohnumfeld. Und: „Wir werden dieses Thema nach den Sommerferien mit allen betroffenen Anliegern, mit dem Kindergarten und mit der Schule  zum Schwerpunkt machen, um gemeinsame Handlungsstrategien zu entwickeln“, kündigt Herzhauser an.

Weitere Verkehrsfragen waren, da offensichtlich weniger problematisch, rasch abgehandelt im Stadtteilforum. Beispielsweise unterrichtete Matthias Zimmer, Stadtplaner in der Völklinger Verwaltung, die Runde über geplante Straßenbaumaßnahmen in Wehrden. Dies wäre zum ersten die anvisierte Umgestaltung zweier Straßen im Unterdorf, nämlich Grabenstraße und Hostenbacher Straße. „Soll Ende des Jahres beginnen, mit neuen Verkehrsregelungen und mit Geschwindigkeitsbegrenzung nach dem Umbau“: Etwa so lassen sich die Ausführungen Zimmers auf den Punkt bringen.

Für ein weiteres Bauvorhaben in der Lorenzstraße sowie Im Gerstengarten  seien die notwenigen Mittel im Stadthaushalt bereits eingestellt, kündigt Zimmer an: „Sobald der Haushalt genehmigt ist, kann mit den Arbeiten begonnen werden.“ Zunächst, sagt Zimmer, werde der marode gewordene Kanal in der Lorenzstraße in Angriff genommen. Im kommenden Jahr soll dann der Kanal Im Gerstengarten folgen und schließlich die Gesamtsanierung der Straßenoberfläche.

Neues in Sachen Ausbau der Pfarrwiesstraße wusste Anne Herzhauser zu berichten (siehe auch Artikel weiter unten auf der Seite): „Die Straße wird in drei Bauabschnitten saniert, teilweise mit Bäumen bepflanzt und verkehrsberuhigt.“

Im geplanten neuen Handwerkerpark sollen acht größere und zwei kleinere Hallen in einer Größenordnung zwischen 370 und 600 Quadratmetern gebaut werden, erfuhren die Bürger in der Versammlung. Unklar sei hier noch die Verkehrsführung, erklärte Herzhauser. Denn eine Zuwegung über das Gelände des früheren Unternehmens Trockle schaffe neue Probleme (Stichworte: Verkehrs-Schleichwege und weitere Konflikte am Saarradweg), so dass nun eine Zufahrt von oben, also von der Autobahn 620 her, geprüft werde.

Wobei man bei einem weiteren Aufreger angelangt wäre, dem erwähnten Saarradweg. Hier beißen  sich offensichtlich die Interessen von Spaziergängern, älteren Menschen  mit Rollator, Fahrradfahrern und dem Lastwagen-Verkehr zur Kläranlage. Hans Holderbaum, selbst aktiver Fahrradfahrer und Mitglied im Sicherheitsbeirat der Stadt Völklingen, suchte die Gemüter zu beruhigen: „Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier erforderlich. Das Hirn sollte Vorfahrt haben vor der Fahrradklingel.“ Der Sicherheitsbeirat bleibe jedenfalls „am Ball“ und diskutiere also eine Änderung der gesamten Verkehrsführung an diesem Nadelöhr.

Schließlich unterrichtete das Stadtteilforum noch über Fortschritte beim Verkauf der historischen Meisterhäuser in der Saarstraße. „Die Häuser konnten nach langer, langer Zeit endlich verkauft werden, an eine Investorengruppe“, sagt Herzhauser. Dort, in attraktiver, ruhiger Lage mit Blick auf die Saar, sollen kleinere Wohneinheiten geschaffen werden, eventuell sogar eine Gastronomie mit Ausstellungsraum im allein stehenden Haus direkt am Saarradweg, so Herzhauser abschließend.