Verkehrs-Plan geht in die nächste Runde

Verkehrs-Plan geht in die nächste Runde

Noch ändert sich nichts – Anfang 2017 kommen erstmal die Bürger zu Wort. Doch auf längere Sicht wird der Verkehr in Völklingen wohl anders geführt als heute. Der dafür nötige Verkehrsentwicklungsplan ist in Arbeit. Fachleute schlagen Verbesserungen speziell für Fußgänger und Radler vor.

Einstimmig hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Völklinger Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben für die weitere Bearbeitung des Verkehrsentwicklungsplans. Die Analyse ist abgeschlossen, die Ziele sind formuliert. In den nächsten Schritten werden nun eine Konzeption erstellt und ein Maßnahmenplan erarbeitet.

Vor der Abstimmung hatte Frank Schleicher-Jester vom Darmstädter Fach-Büro R+T Ingenieure für Verkehrsplanung eine Fülle von Zahlen, Daten und Fakten präsentiert. Einige Beispiele: Über die Autobahn 620, die Bundesstraße 51 und viele Landesstraßen ist die Hüttenstadt gut ins (über-)regionale Straßennetz eingebunden. Wer den Schienen-Fernverkehr nutzen will, muss allerdings zum Saarbrücker Hauptbahnhof. Völklingen ist ein wichtiger Arbeitsplatzstandort, es gibt einen Einpendlerüberschuss von 1550 Beschäftigten.

Die Ortsdurchfahrten, etwa in Wehrden, Luisenthal und Geislautern, sind stark durch Verkehr - und entsprechenden Lärm - belastet. Gestalterische Defizite gibt es an den Stadteingängen. An Hauptverkehrsstraßen fehlen Radwege oder -spuren. "Das Einbahnstraßensystem ist zu hinterfragen", sagte Schleicher-Jester mit Blick auf die Verkehrsregelung in der City. Ein weiteres Ergebnis: In der Innenstadt gibt es genügend Parkplätze.

Schleicher-Jester nannte auch Ziele, die herausgearbeitet wurden: Der Fußgänger- und der Radverkehr sollen gestärkt werden. Vor allem in den Innenstadt-Straßen streben die Experten eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität an. Und die Ortsdurchfahrten will man vom Kraftfahrzeug-Verkehr entlasten.

Die Überlegungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Auch die Bewohner der Hüttenstadt kommen noch mal zu Wort: Anfang nächsten Jahres ist eine weitere Bürgerwerkstatt geplant.

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Während der Ausschusssitzung im Neuen Rathaus gab es einen weiteren Zwischenbericht: Für die Nördliche Innenstadt wird ein energetisches Quartierskonzept erstellt. Die Untersuchung soll Ziele für den Klimaschutz formulieren. Neben der öffentlichen Infrastruktur nehmen die Experten die Gebäude unter die Lupe. Den Eigentümern soll gezeigt werden, wie die Energieeffizienz ihrer Häuser gesteigert und der Kohlendioxidausstoß vermindert werden kann.

Andreas Bugiel von der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) und Ralph Schmidt von der Arge Solar erläuterten die Ergebnisse einer Fragebogenaktion. Die Rücklaufquote betrug zwölf Prozent. Zwei Drittel der Immobilieneigentümer wollen eine Sanierung durchführen oder sind unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit. Kosten und Fördermöglichkeiten spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Annähernd jeder sechste Hausbesitzer hat bisher gar keine Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Sanierungsbereitschaft an der Gebäudehülle steht im Vordergrund, gefolgt von der Gesamtmodernisierung und der Wärmeversorgung.

Die Nutzung erneuerbarer Energien hingegen spielt im Quartier Nördliche Innenstadt zurzeit keine Rolle und wird nur bei fünf Prozent der Immobilieneigentümer angewandt. Im Januar 2017 ist die öffentliche Abschlusspräsentation des Konzepts geplant.

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