Verkehrs-Chaos in Lauterbach?

Saarbrücken/Völklingen. Der größte deutsche Automobilclub hat gestern einen Um- oder Abbau der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an der Landstraße 165, der Hauptstraße in Völklingen-Lauterbach, gefordert. "Die gesamte Maßnahme ist von der Stadt Völklingen dilettantisch geplant und umgesetzt worden

Saarbrücken/Völklingen. Der größte deutsche Automobilclub hat gestern einen Um- oder Abbau der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an der Landstraße 165, der Hauptstraße in Völklingen-Lauterbach, gefordert. "Die gesamte Maßnahme ist von der Stadt Völklingen dilettantisch geplant und umgesetzt worden. Eine vergleichbare Verkehrsberuhigungsmaßnahme gibt es in der ganzen Bundesrepublik nicht", sagte Klaus Hardt, Vorstandsmitglied im ADAC Saarland, gestern der SZ. Durch die "Nasen und Verschwenkungen", die die Stadt unter Trägerschaft des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) 2007 eingebaut habe, müssten die Verkehrsteilnehmer nun anhalten und den Gegenverkehr abwarten. Dadurch komme es vor allem in Stoßzeiten zu stressigen Staus in der 2600-Bürger-Gemeinde, die bis zu 200 Meter lang würden. "Durch das ständige Stoppen und Bremsen kommt es zu erheblichen Lärm- und Abgasbelastungen im Ort", erklärte Hardt. Zudem steige der Spritverbrauch der Lauterbacher um bis zu einem dreiviertel Liter im Monat durch das Manövrieren im Ortskern. Es seien Steuergelder für die Einbauten verschwendet worden. 80000 Euro haben die "Nasen" nach SZ-Informationen gekostet. Die Hauptstraße ist ein Nadelöhr, das sowohl Schwerlastverkehr als auch junge Raser, die aus dem benachbarten Lothringen den Gaststätten und Diskos im Saarland zustreben, verkraften muss. Gerhard Scherschel, Völklinger CDU-Ratsfraktionschef, lobte die Inseln. Sie leisteten "mehr und mehr ihren Beitrag zur Verkehrsberuhigung". Scherschel warf Hardt vor, jetzt aus unverständlichen Gründen "nachzukarten". Hardt habe als Lauterbacher Bürger die Möglichkeit gehabt, Stellungnahmen zu den Planungen abzugeben, was jedoch nicht geschehen sei. Zudem gebe es im Raum Freiburg auch solche Verkehrsinseln, das sei kein Lauterbacher Phänomen."Wenn die Inseln nicht das bringen, was man uns versprochen hat, müssen sie weg", erklärte dagegen der Völklinger SPD-Fraktionschef Erik Kuhn. Vom Völklinger OB Klaus Lorig (CDU) und LfS-Chef Horst Hanke waren gestern keine Stellungnahmen zu erhalten.