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Verkehr nervt Anwohner in der Rosseler Straße in Völklingen

Kostenpflichtiger Inhalt: Rosseler Straße im Stadtteil Ludweiler : Verkehr nervt Anwohner in Völklingen

Die Rosseler Straße wird weiter als Abkürzung genutzt, sagen Anwohner. Die Maßnahmen der Stadt reichten nicht.

Klaus und Rosemarie Prediger wohnen in der Rosseler Straße im Völklinger Stadtteil Ludweiler. Die beiden stört der Durchgangsverkehr in der Anliegerstraße. Außerdem beobachten sie immer wieder Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind. Beim SZ-Besuch fährt zunächst ein Auto mit französischem Kennzeichen vorbei, das zweite Fahrzeug stammt aus Saarlouis, der dritte Wagen hat ein SB-Nummernschild. „Sie fahren 47 Stundenkilometer“, informiert die Geschwindigkeitsanzeige am Straßenrand wenig später einen Fahrer. Erlaubt sind 30 Sachen. „Ab und zu blitzt das Ordnungsamt“, berichtet Klaus Prediger.

Das Verkehrsproblem ist schon länger bekannt. Anstatt über den Rotweg, also die Landstraße zwischen Völklingen und Großrosseln, zu fahren, nutzen viele Autofahrer die Rosseler Straße als Abkürzung in den Warndt. Nach Bürgerprotesten hatte die Völklinger Stadtverwaltung reagiert und die Verkehrsführung im vergangenen Jahr geändert. Der Abschnitt der Rosseler Straße, auf dem die Autos vom Rotweg her einfuhren, wurde zur Einbahnstraße in Gegenrichtung: In Höhe der Waschanlage ist seitdem für Fahrer, die durchs Ludweiler Wohngebiet abkürzen wollen, Endstation. Außerdem dürfen die Autofahrer auf einem Teilstück des Rotwegs mittlerweile wieder 70 statt 50 Stundenkilometer fahren.

Aus Sicht von Klaus Prediger zeigen die Maßnahmen aber nicht den gewünschten Erfolg. Es sei zwar ruhiger geworden, aber noch immer werde die Straße von zu vielen Autofahrern als Abkürzung genutzt. „Gerade zu den Stoßzeiten“, betont der Rentner. Er hat festgestellt: Wenn kein Gegenverkehr zu sehen ist, beachteten viele das Durchfahrtverbot nicht und würden entgegen der vorgeschriebenen Richtung fahren. Andere umgehen die Einbahnstraße, sagt Prediger. Sie würden vom Rotweg links in die Straße „Zum Eisvogelpfad“ einbiegen und fahren dann in die Rosseler Straße.

„Wir fordern, dass die in den Bürgerversammlungen vorgestellten Maßnahmen endlich umgesetzt werden“, sagen Klaus und Rosemarie Prediger. Der Plan, den Verkehr durch Aufpflasterungen und Fahrbahnverengungen zu beruhigen, liege immer noch in der Schublade.

Pressesprecher Sebastian Feß erklärt, die Verwaltung sei nicht untätig: „Aufgrund der bekannten Problematik hinsichtlich zu schnellem Fahren wurde und wird die mobile Geschwindigkeitsmessanlage der Stadt in der Rosseler Straße regelmäßig eingesetzt.“ Und wann wird eine Schwelle in der  Käsbergstraße eingebaut und die Straße verengt, um die Raser zu bremsen? Das hatte die Verwaltung in einer Ausschusssitzung im Juni 2019 angekündigt (die SZ berichtete). Ist das auch in der Rosseler Straße geplant? Feß: „Es gibt bereits Pläne, die dem Ortsrat Ludweiler und den Bauausschuss in Kürze vorgestellt werden.“ Am 23. März wird sich der Ortsrat damit beschäftigen. Auf der Internetseite der Stadt Völklingen steht die Tagesordnung. Punkt 4: „Zustimmung zur Planung: Umbau Einmündungsbereich Käsbergstraße und Aufpflasterung Rosseler Straße“. „Vorgesehen ist die Bauausführung für das laufende Jahr 2020“, sagt Feß.