Vergänglichkeit ist unser Los

Den Zeichen der Zeit entkommt niemand, weder Menschen noch Dinge. Und Reparaturen helfen nur kurzfristig. SZ-Mitarbeiterin Ruth Rousselange bedauert das.

Meinung:
Vergänglichkeit ist unser Los

Der Lack ist irgendwann ab. So ist das eben. Besonders nach einem langen, unfreundlichen Winter, wenn man kaum noch auf Frühling zu hoffen wagt und alles Zeit und Muße hatte, spröde und rissig zu werden. Kein Wunder, war man doch ständig draußen, Wind, Regen und Stürmen, Schnee und Eis ausgesetzt. Da kann die beste Verpackung mal mürbe werden.

Wo sich erst eine unwesentliche Ansammlung von Knitterfältchen zeigte, ist nun alles abgeplatzt, und die Grundierung schimmert durch. Gut, dass es die immerhin noch gibt, die Grundierung. Jetzt heißt es ran ans Schmirgelpapier. Es ist traurig, aber wahr: Alles kommt in die Jahre. Selbst das beste Cabrio.

Doch die kluge Fahrerin beugt vor. In der einen Hand besagtes grobkörniges Papier zum Entfernen defekter Lackreste, in der anderen ein Tuch und eine Spraydose Farbton "Classic Red", mache ich mich an die Arbeit. Natürlich muss man auch noch mit Zeitungspapier abkleben, damit sich das strahlende Rot nicht dort verteilt, wo es nicht erwünscht ist.

Nach kurzer Zeit schaut zumindest der Kotflügel vorne rechts aus, als ziere ihn schon Frühlingsfrische. Es kommt noch besser. In Form einer Dose Klarlack "Glänzend".

Nach vollbrachtem Werk sieht der Kotflügel jetzt deutlich zu gut aus, verglichen mit den unbehandelt gebliebenen Teilen der Karosserie. Hm, soll ich jetzt etwa eine Komplettlackierung vornehmen? Mit Spraydosen? Wie viele davon werde ich wohl brauchen? Und wird das Ergebnis nicht womöglich etwas zu sehr an Graffiti gemahnen?

Ich sag's ja, körperliche Arbeit ist zu verschmähen. Nie ist das Ergebnis wie gewünscht, kostbare Zeit in gutmeinendem Aktionismus vertan.

Und jegliche Verbesserung der Ist-Zustände von Autos wie anderen Besitztümern sind von so kurzer Dauer, dass es einen doch nur an das traurige Ende aller Dinge gemahnt. Also fünfe gerade sein lassen. Und lieber ein Butterbrot essen.