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Feuerwehrsport
Ungewöhnlicher Sport-Wettstreit im Warndtstadion

Schnell die Schläuche aneinanderkuppeln: Ein Team aus Österreich beim Wettkampf in Ludweiler. Die Feuerwehrleute aus der Alpenrepublik tragen silberfarbene Helme in hierzulande ungewohnter Form.
Schnell die Schläuche aneinanderkuppeln: Ein Team aus Österreich beim Wettkampf in Ludweiler. Die Feuerwehrleute aus der Alpenrepublik tragen silberfarbene Helme in hierzulande ungewohnter Form. FOTO: Andreas Lang
Ludweiler. Feuerwehrleute aus dem ganzen Saarland und aus anderen Regionen maßen sich in Ludweiler in sehr speziellen Disziplinen Von Andreas Lang

Etwa 250 Feuerwehrleute aus 24 Mannschaften haben sich am Samstag beim kombinierten Wettkampf im Feuerwehrsport, dem dritten Landespokalwettbewerb Saarland und dem 12. für Rheinland-Pfalz, im Ludweiler Warndstadion spannende Duelle geliefert. Diese Zahlen nennt Reiner Eichenwald, der Leiter der in Ludweiler ansässigen Sportgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen.


Der spannende Wettkampf besteht aus einem Wettstreit auf dem Rasen beim Kuppelwettkampf und dem Staffellauf mit feuerwehrtypischen Aufgaben auf der Tartanbahn. So müssen die Teilnehmer  etwa eine Holzwand möglichst schnell überwinden oder ein Kriechrohr durchqueren. Und das möglichst schnell.

Beim Feuerwehrsport nach den Regeln des Comité Technique International de prévention et d‘extinction du Feu (CTIF) – auf Deutsch:  Internationales technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen – kommt es jedoch nicht nur auf Tempo an. Da muss jeder Handgriff sitzen, ein Rädchen ins andere greifen – und das, ohne dass die Sportkameraden ein Wort miteinander wechseln. Drill also, knallhartes Training unter Druck, bis jede Tätigkeit traumwandlerisch sicher sitzt.



„Während der Feuerwehrsport hier in der Gegend ein bisschen stagniert, genießt er zum Beispiel in Österreich einen sehr hohen Stellenwert“, sagen die Veranstalter. Ein Team aus Stögenbach war auch in Ludweiler am Start und sicherte sich den Preis für die weiteste Anreise. Weitere Mannschaften kamen aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Noch weiter waren zum Teil die Schiedsrichter angereist. „Einer kam sogar aus Rostock“, so Eichenwald. Das Referee-Team wurde deshalb am Vorabend des Wettkampfs ins Erlebnisbergwerk Velsen eingeladen.

Die Spezialisierung der Teammitglieder bringt auch Veränderungen in dem traditionellen Sport mit sich. Eichenwald nennt ein Beispiel: „So ist aus dem Kriechrohr mittlerweile ein Flugrohr geworden.“ Was er meint: Kurz vor dem Ziel der Staffel ist ein knapp einen Meter breites Rohr zu durchqueren, das früher mal so beschaffen war, dass die Feuerwehrsportler tatsächlich hindurch kriechen mussten. Dank glatter Plastikwände der modernen Kriechrohre springen die Teilnehmer jetzt, von Protektoren geschützt, mit so viel Schwung hinein, dass sie fast auf einen Rutsch durch das Rohr kommen.

Bei sonnigem Wetter zog der Wettstreit der Feuerwehrleute auch allerhand Besucher an. Zumal die heimischen Feuerwehrleute noch für ein Rahmenprogramm gesorgt haben. So konnte sich jedermann am Feuerwehr-Biathlon beteiligen, einer Kombination aus Laufen und Schießen mit dem Lasergewehr auf kurze Distanz. Und beim obligatorischen Kameradschaftsabend fieberte man gemeinsam mit der deutschen Fußball-Nationalelf im Weltmeisterschafts-Vorrundenkrimi gegen Schweden (2:1).

Zuvor aber die Siegerehrungen:  Saarlandpokalsieger in der Kategorie A ist Saarlouis-Ost vor Völklingen A2 und Saarlouis-West. Völklingen B siegte in der B-Kategorie. Im Rheinland-Pfalz-Pokal war Langenbach das Maß aller Dinge, deren Teilnehmergruppen in den Kategorien A und B siegten. In der Gesamtwertung landeten die Seriensieger aus Nieder-Besseringen  vorne.

Hindernislauf nach Feuerwehrsport-Art: Sprung über eine Holzwand.
Hindernislauf nach Feuerwehrsport-Art: Sprung über eine Holzwand. FOTO: Andreas Lang