Unfall-Szenario am Grenzübergang

Lauterbach. Warten mussten am Samstagnachmittag die französischen Autofahrer, die nach ihrem Einkauf in Deutschland wieder über den Grenzübergang Lauterbach in ihre Heimat fahren wollten. Denn Polizei, Feuerwehr und Johanniter-Unfallhilfe blockierten den Übergang, wo sich allem Anschein nach ein dramatischer Unfall ereignet hatte

Lauterbach. Warten mussten am Samstagnachmittag die französischen Autofahrer, die nach ihrem Einkauf in Deutschland wieder über den Grenzübergang Lauterbach in ihre Heimat fahren wollten. Denn Polizei, Feuerwehr und Johanniter-Unfallhilfe blockierten den Übergang, wo sich allem Anschein nach ein dramatischer Unfall ereignet hatte. Ein mit drei Personen besetzter Wagen war, so erklärte es Wehrführer Herbert Broy, mit einem Transporter direkt vor der früheren Zollstelle zusammengestossen. Die Insassen waren im total demolierten Fahrzeug eingeklemmt. Der Transporter, der zu allem Überfluss noch 1000 Liter Gefahrengut geladen hatte, kam an einer abschüssigen Böschung zum Stehen. In Minutenschnelle war die Wehr vor Ort und - dies war das Besondere an diesem Szenario - nicht nur die Freiwillige Feuerwehr der Stadtmitte mit ihrer Gefahrstoffeinheit und dem Löschbezirk Lauterbach mit zwei Löschfahrzeugen sowie dem Einsatzleitwagen Stadtmitte mit Wehrführer Herbert Broy, sondern auch die Sapeurs Pompiers aus Carlingen und L' Hôpital mit insgesamt 50 Feuerwehrleuten. Zum Glück war das Ganze, wie die vielen Schaulustigen schnell registrierten, nur eine grenzüberschreitende Feuerwehrübung. "Wir wollen damit demonstrieren, wie gut die Zusammenarbeit in Grenznähe zwischen den Wehren ist", betonten der Carlinger Bürgermeister Gaston Adier und Völklingens Bürgermeister Wolfgang Bintz, "denn im Ernstfall kann man nicht erst die ganze Administration in Bewegung setzen, sondern muss unbürokratisch mit vereinten Kräften helfen." Hand in Hand arbeiteten die Feuerwehrkameraden von hüben und drüben zusammen - denn so Broy, "wir haben seit fast 40 Jahren freundschaftliche Beziehungen zu unseren französischen Kameraden und haben so einen kurzen Dienstweg." Da wurde mit Rettungsspreizer und Rettungsschere das Dach des völlig demolierten Fiesta abgetrennt und die Insassen durch die Johanniter-Unfallhilfe erstversorgt. Derweil wurde der Gefahrguttransporter von den Spezialisten, die fast wie Astronauten erschienen, eingeschäumt und der lecke Tank abgedichtet. "Auf unsere Wehr ist Verlass", war am Ende der einhellige Tenor von deutschen und französischen Zuschauern nach dieser beispielhaften gemeinsamen Feuerwehrübung. "Im Ernstfall muss man unbürokratisch mit vereinten Kräften helfen."Gaston Adier und Wolfgang Bintz, Bürgermeister von Carling und Völklingen

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