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Völklinger Polizei zieht Verkehrs-Bilanz: Und immer wieder kracht’s im Kreisel

Völklinger Polizei zieht Verkehrs-Bilanz : Und immer wieder kracht’s im Kreisel

Die Straßen in Völklingen und Großrosseln sind insgesamt sicherer geworden. Doch die Kreisverkehre am Amtsgericht und am Alten Brühl bleiben Unfallschwerpunkte.

Die Polizeiinspektion Völklingen hat am Dienstag ihre Statistik zur Verkehrsunfall-Situation vorgestellt. Inspektionsleiter Michael Zapp und sein Stellvertreter Gerd Schmitt erläuterten die Zahlen, die auf eine leichte Besserung der Lage hinweisen. In Völklingen ist so die Zahl der Verkehrsunfälle von 1383 im Jahr 2016 auf 1336 im Jahr 2017 zurückgegangen. Die Unfälle mit Personenschäden nahmen von 195 auf 162 ab. In Großrosseln sank im gleichen Zeitraum die Zahl der Unfälle von 205 auf 189. Personenschaden war dabei – genau wie im Vorjahr – 24 Mal zu verzeichnen.

Ein Unfall kostete im Jahr 2017 allerdings ein Menschenleben. Am 5. Mai wurde am Kreisverkehr in Höhe der Aral-Tankstelle in der Karolinger Straße in Völklingen eine Fußgängerin von einem Lkw überrollt. Die Frau starb noch an der Unfallstelle. Die Zahl der Schwerverletzten blieb 2017 mit 32 bei Unfällen in Völklingen und drei in Großrosseln nahezu gleich. Besonders spektakulär war hier ein Unfall am 19. Oktober am Völklinger Nordring. Dort war eine Frau in eine Baustellenabsperrung gefahren und hatte dabei mit ihrem Wagen einen Bauarbeiter erfasst. Stark zurückgegangen ist die Zahl der Leichtverletzten mit 172 (Vorjahr 218) in Völklingen und 24 (Vorjahr 28) in Großrosseln. Gerd Schmitt bringt das damit in Verbindung, dass moderne Autos immer sicherer werden. Auch innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen trügen dazu bei.

Auffällig oft kracht es nach wie vor in den Völklinger Kreisverkehren am Amtsgericht und am Alten Brühl. Ursache sind hier in der Regel Fehler beim Fahrspurwechsel. Auf manche Autofahrer irritierend wirkt offenbar auch die Situation in der Hohenzollernstraße in Höhe Abbiegespur Stadionstraße. Umbaupläne für besagte Unfallschwerpunkte sind auf den Weg gebracht, aber die Umsetzung der Maßnahmen dürfte noch einige Jahre dauern.

Die häufigsten Unfallursachen in Völklingen sind Fehler beim Abbiegen und Wenden (21,2 Prozent), zu geringer Abstand (zehn Prozent), Missachten der Vorfahrt (5,4 Prozent) und Unvorsichtigkeit beim Nebeneinanderfahren oder Spurwechsel (vier Prozent). Innerhalb Großrosselns spielte auch Alkohol mit 4,8 Prozent als Ursache eine größere Rolle. Im waldreichen Warndt kommt es nicht selten dazu, dass überraschend Wild auf der Fahrbahn auftaucht. In Völklingen gingen 2017 86 Unfälle, in Großrosseln 35 Unfälle auf Wildwechsel zurück. Besonders häufig ereignen sich naturgemäß Unfälle auf der stark befahrenen Autobahn. Man sollte sich aber auch quasi vor der eigenen Haustür nicht zu sicher fühlen. Insgesamt 53 Mal hat es 2017 in Völklingen und Großrosseln an Grundstücksein- und Ausfahrten gekracht.

Nach wie vor lassen viele Autofahrer andere auf ihrem Schaden sitzen. In Völklingen gab es 2017 321 Fälle von Unfallflucht. In Großrosseln gaben 62 Fahrer Fersengeld. Das hieß, dass bei nahezu jedem vierten Unfall erst einmal Ermittlungen nach dem Verantwortlichen starten mussten. Die Beamten  der Polizeiinspektion Völklingen konnten rund ein Drittel dieser Fälle aufklären.

25 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern gab es 2017 in Völklingen, nahezu ebenso viele (24) in Großrosseln. In nur einem Fall war auch ein E-Bike dabei. Im Völklinger Stadtgebiet registrierte man vier Schwer- und 17 Leichtverletzte. Für Fahrradunfälle gab es auch ungewöhnliche Ursachen, wie Gerd Schmitt berichtet. So querte am 5. Mai ein Hund den Weg eines Radlers am Leinpfad. Der sah sich zu einer Vollbremsung genötigt und stürzte dabei zu Boden. Der Hundeführer ließ den Verletzten liegen und ging einfach seines Weges. Und am 4. September zog sich ein Radfahrer auf einem Waldweg beim Wildpark Karlsbrunn schwere Verletzungen zu. Ein unbekannter Täter hatte ein Stück vom Stacheldraht-Zaun abgeschnitten und auf den Weg gelegt.

 Michael Zapp.
Michael Zapp. Foto: Ulrike Paulmann
 Gerd Schmitt.
Gerd Schmitt. Foto: BeckerBredel
 Fast 400mal Unfallflucht im Jahr 2017: Speziell nach Blechschäden auf Parkplätzen geben viele Fahrer einfach Fersengeld.
Fast 400mal Unfallflucht im Jahr 2017: Speziell nach Blechschäden auf Parkplätzen geben viele Fahrer einfach Fersengeld. Foto: Robby Lorenz

Die Polizei hat auch das Alter der Unfallverursacher untersucht. Demnach ist die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren besonders auffällig, gefolgt von den ganz jungen Führerschein-Inhabern. Rentner schneiden hier weit besser ab. Nur rund in einem Achtel der Fälle saßen Senioren ab 65 am Steuer.