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Kolumne
Umzingelt von Gepiepse

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die Welt des Hörbaren ist wunderbar vielfältig. Im Prinzip. Aber wenn es um Maschinen geht, sieht die Sache völlig aus.

Piep. Pause. Pieppiep. Pause. Piep-piep-piep-piep-piep, pausenlos, von Sekunde zu Sekunde eindringlicher  – was ist das? Na klar: ein Wecker. Das Gepiepe nervt. Aber das ist in Ordnung, das muss so sein: Schließlich soll das Geräusch einen ja aus den Federn scheuchen.


Piep. Piep. Piep: Was ich im Schlafzimmer – knurrend – akzeptiere, bringt mich in der Küche auf die Palme. Dem Kühlschrank piept’s, wenn seine Türe mal ein Momentchen länger offen steht, als die Technik gutheißt – aber ich muss doch eine Chance haben, das nach hinten gerutschte Sahnekännchen rauszuangeln! Dem Gefrierschrank piept’s, wenn ich in den Schubladen krame, um Platz freizuschaufeln für neue Einkäufe. Und der Herd erst. Auch wenn er gründlichst ausgeschaltet ist, „merkt“ er’s, wenn ich die Zeitung drauflege. Und was tut er dann? Klar doch: Er piept. Kennt die Hausgeräte-Industrie gar keinen anderen Warnlaut? Mein Auto kann sowas: Will es mir mitteilen, dass die Temperatur frostig werden könnte, lässt es ein sattes „Klong“ hören. Geht doch.

Dachte ich bis heute Morgen. Dann drehte ich den Zündschlüssel:  „Piiieeeep!“ – die Inspektion ist fällig. Die akustische Welt der Technik ist traurig monoton.