1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Trinkwasserbrunnen darf bald sprudeln

Trinkwasserbrunnen darf bald sprudeln

Der Neugestaltung des Platzes vor der Rosseltalhalle steht finanziell nichts mehr im Wege. Aus dem europäischen Leader-Programm fließt der Großteil, der Wasserzweckverband als Träger des Projektes steuert bei.

Gute Nachricht für die Bürger von Großrosseln : Die Umgestaltung eines Teils des Platzes vor der Rosseltalhalle ist finanziell gesichert. Neben der Einfahrt - zwischen Parkplatz, Felswänden und Emmersweilerstraße - wird eine parkähnliche Anlage geschaffen. Dort soll auch ein neuer Trinkwasserbrunnen sprudeln.

Die rund 24 000 Euro teure Maßnahme wird mit Mitteln aus dem europäischen Leader-Programm gefördert. Träger des Projektes ist der Wasserzweckverband Warndt. Am Dienstagnachmittag übergab Umweltminister Reinhold Jost im Ludweiler Betriebsgebäude einen Zuwendungsbescheid über rund 13 000 Euro. Etwa 8000 Euro steuert der Wasserzweckverband selbst bei. Der Rest der Summe wird unbar, also durch Eigenleistung der Bewohner, erbracht. "Wenn wir nicht wollen, dass die Familien die Dörfer verlassen, müssen wir dafür sorgen, dass sie sich wohl fühlen und ihnen die für die Bewältigung des Alltags notwendige Infrastruktur bieten. Viele Maßnahmen zur Dorfentwicklung sind aber ohne die aktive Unterstützung der Dorfbevölkerung nicht zu stemmen", so Jost.

Während des Besuchs informierte sich der Minister auch über die Arbeit des Wasserzweckverbandes. 665 000 Kubikmeter Wasser, schätzt Betriebsleiter Hermann Schon, werden die vom Verband versorgten 6300 Haushalte in diesem Jahr verbrauchen. Vor zehn Jahren waren es noch 759 000 Kubikmeter.

Die Gründe für den Rückgang sieht er in der sinkenden Zahl und in der zunehmenden Sparsamkeit der Einwohner. Bis zu 1,05 Millionen Kubikmeter pro Jahr dürfte der Verband mit seinen drei Brunnen im Werbelner Bachtal fördern. "Wir sind ein wasserreiches Gebiet", betonte Schon. Dank des durchlässigen Buntsandsteins fließen 32 Prozent des Niederschlags in die Grundwasserneubildung. Das sei ein sehr hoher Wert, so der Betriebsleiter. Das Grundwasser im Wassergewinnungsgebiet ist in den letzten drei Jahren um 70 Zentimeter gestiegen. Zunehmende Niederschläge und eine sinkende Förderung sind laut Schon dafür verantwortlich. Mit den Folgen des Bergbaus, betonte er, habe dieser Anstieg nichts zu tun.

Aufgrund abgeschalteter Pumpen prognostizieren Experten zukünftig einen Anstieg des Grundwassers im Warndt. Die Völklinger und Rosseler Verwaltungschefs Klaus Lorig (CDU ) und Jörg Dreistadt (SPD ) kündigten Messungen an. Wasserhöhe, -temperatur und -zusammensetzung sollen kontrolliert werden. Bei der Finanzierung der Messstellen sehen sie die RAG in der Pflicht.

Zum Thema:

Auf einen Blick Der Wasserzweckverband Warndt ist für die Trinkwasserversorgung von 17 000 Menschen in Lauterbach, Ludweiler und Großrosseln verantwortlich. Die Stadt Völklingen und die Gemeinde Großrosseln halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Der Verbandsvorstand wechselt jährlich zwischen den beiden Verwaltungschefs der Kommunen. Zurzeit ist Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) Verbandsvorsteher, Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) sein Stellvertreter. Im vergangenen Jahr machte der Verband einen Gewinn von knapp 70 500 Euro. tan