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Trainer Hofer ringt um Fassung

Völklingen. Ein 3:0 über den FV Diefflen, der Sprung auf Tabellenplatz acht mit 37 Punkten – für den Oberligisten SV Röchling Völklingen war es kein schlechter Spieltag. Trotzdem war Trainer Günter Erhardt nicht ganz zufrieden. Fredy Dittgen

Mit einem 3:0 (1:0)-Sieg über den FV Diefflen hat der SV Röchling Völklingen in der Fußball-Oberliga eine Ziellinie überquert: "Wir haben jetzt 37 Punkte und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Das ist auch gut so, wenn man unsere Personalsituation sieht", sagte Röchling-Trainer Günter Erhardt nach dem Spiel. Da sich Torwart Sebastian Buhl im Training verletzt hatte, kam am Samstag Philippe Stelletta zu seinem ersten Punktspieleinsatz im Völklinger Tor und machte seine Sache sehr gut. Und weil die Allzweckwaffe Sammer Mozain das zuletzt kränkelnde Völklinger Offensivspiel beleben sollte - und es auch tat -, musste Erhardt eine völlig neu formierte Abwehrkette aufbieten. So sahen die 374 Zuschauer einen stürmisch beginnenden Gast, der die umformierte Völklinger Abwehr mehrfach durcheinanderwirbelte und gute Chancen hatte. Die größte vergab Fabian Blass, als er nach einem Fehltritt des Völklingers Merzad Mehmedovic am Fünfer freistehend übers Tor schoss (26.).

Völklingen hatte aber mehr Großchancen, die bis auf eine überhastet und unkonzentriert vergeben wurden. Nur einmal schlug es vor der Pause im Gästetor ein: Mit dem Ball am Fuß stürmte Mehmedovic über links nach vorne, schlug eine Flanke auf Artur Schneider, der legte sich den Ball sowie seinen Bewacher Michael Müller zurecht und traf trocken aus spitzem Winkel zum 1:0 ins lange Eck (16.).

Zur Pause musste Erhardt erneut umstellen: Schneider hatte sich verletzt, für ihn kam Alpcan Ömeroglu, der den Platz von Linksverteidiger Caner Metin einnahm. Metin ging dafür nach vorne, auf den Platz von Schneider. Und Ömeroglu war kaum im Spiel, als er die Vorentscheidung einleitete: Er bediente Xavier Novic, der den Ball sofort zu Mozain ablegte. Der ging aufs Tor zu, trickste noch einen Abwehrspieler und Torwart Enver Marina aus, ehe er zum 2:0 traf (54.). Danach ging Erhardt auf Nummer sicher und beorderte Mozain zur Verstärkung der Abwehr nach hinten.

Jetzt stand die Defensive wieder sicherer, dennoch benötigte Völklingen in der 70. Minute die Unterstützung von Schiedsrichter Tobias Hauer (Bübingen): Auf rechts war Philipp Häfner nach einem Steilpass auf und davon gegangen, überrannte die Völklinger Abwehr, hatte freie Bahn.
"Nur die Spitze des Eisbergs"


Der Linienrichter signalisierte eindeutig, dass Häfner nicht im Abseits stand. Schiri Hauer pfiff trotzdem. "Der Schiedsrichter hat Abseits gepfiffen, dann erkannte er, dass er einen Fehler gemacht hat und gab Schiedsrichterball", sagte Diefflens Trainer Thomas Hofer. Er hatte sichtlich Mühe, die Fassung zu wahren: "Diese Szene war für uns die Spitze des Eisbergs. Wir haben uns in einigen Situationen benachteiligt gefühlt." So auch beim 3:0 durch Novic, das Metin von rechts vorbereitete, und bei dem Diefflens Abwehr eine Abseitsstellung erkannt zu haben glaubte (84.). Hofer zeigte sich aber als fairer Verlierer: "Völklingen hat verdient gewonnen. Sie haben drei Tore gemacht, wir aus unseren Möglichkeiten keine."

Günter Erhardt war mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden: "Ich habe heute ein ganz schlechtes Spiel gesehen. Es war von Anfang an ein Fehlpass-Festival. Wir haben sehr unkonzentriert nach vorne gespielt und durch die Umstellungen im Abwehrbereich verhältnismäßig viele Halbchancen zugelassen."