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Tourismusbewusstsein soll wachsen

Völklingen. Urlaub im Saarland? Das können sich vor allem Einheimische nicht wirklich vorstellen. Dennoch kommen immer mehr Menschen zur Erholung in die Region. Eine große Chance, findet Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Nora Ernst

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) fordert ein stärkeres Tourismusbewusstsein in den Kommunen. Anders als in anderen Regionen sei dieses Bewusstsein im Saarland nicht über Jahrzehnte hinweg gewachsen, sagte sie jetzt anlässlich des Besuchs der Tourismusbeauftragten des Bundes, Iris Gleicke (SPD ). Das Saarland sei traditionell ein Industriestandort. "Ich kämpfe auch dafür, dass es genau das bleibt", betonte sie. Dennoch sei die Bedeutung des Tourismus nicht zu unterschätzen. Rund 33 000 Menschen seien in der Branche beschäftigt, die Land und Kommunen jährlich 100 Millionen Euro Steuereinnahmen einbringe.


Doch bislang gebe es mancherorts noch Vorbehalte. Rehlinger berichtete von Bürgern, die bei dem Thema nur abwinken: "Nach dem Motto: Die kommen hierher und nehmen uns die Parkplätze weg." In der Bevölkerung, aber auch bei den Entscheidungsträgern in den Kommunen müsse das Bewusstsein wachsen, dass die Schönheit des Saarlandes touristisch vermarktet werden könne.

Der Tourismusbeauftragten des Bundes Iris Gleicke zufolge hat sich das Urlaubsverhalten in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: "Die Menschen machen bewusster Urlaub. Es gilt nicht mehr: Geiz ist geil." Die Tendenz gehe zu Natur-Erlebnissen und Kurzurlauben. Beides Faktoren, die aus Rehlingers Sicht dem Saarland als Reiseregion in die Hände spielen. Die Tourismusbranche im Land sei stetig im Wachsen, die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel gestiegen, erklärte die Ministerin. "Ich glaube, es gibt nicht viele Regionen in Deutschland, die solche Zuwachsraten verbuchen können", sagte Ministerin Rehlinger.