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Straßenbau ist für Florian Blatt aus Ludweiler mehr Berufung als Beruf
Der Bagger wegen ging’s zum Straßenbau

Baustellen faszinieren ihn schon immer: Der Ludweiler Florian Blatt, landesbester Auszubildender im Beruf Straßenbauer, auf der Baustelle an der Wilhelm-Heinrich-Brücke in Saarbrücken.
Baustellen faszinieren ihn schon immer: Der Ludweiler Florian Blatt, landesbester Auszubildender im Beruf Straßenbauer, auf der Baustelle an der Wilhelm-Heinrich-Brücke in Saarbrücken. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken/Ludweiler. Florian Blatt gehört zu den jungen Leuten, die jüngst ihre Ausbildung als Landesbeste abgeschlossen haben. Von Becker & Bredel

Florian Blatt (22) aus Ludweiler steht bei unangenehmer Kälte im Straßengraben auf der Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke und sägt Beton. Ein Kollege schneidet unter Funkenflug einen Schachtring aus, Blatt hält die Gießkanne und lässt Wasser auf das rotierende Sägeblatt träufeln. Gegen den ohrenbetäubenden Lärm schützen sich beide mit Ohrenschützern, gegen die niedrigen Temperaturen mit Funktionskleidung und Handschuhen.


Seit April dieses Jahres wirkt Blatt, Sohn der Völklinger Oberbürgermeisterin, an der Saarbrücker Großbaustelle mit – als frischgebackener Straßenbauer. In seinem Ausbildungsjahrgang war er der Beste im Saarland, Industrie- und Handelskammer (IHK) und Ministerpräsident Tobias Hans zeichneten ihn dafür aus. Und das schon zum zweiten Mal, denn der Bauhandwerker war schon im Vorjahr bei den Landesbesten und wurde bei den Tiefbau-Facharbeitern ausgezeichnet.

Baustellen faszinieren den jungen Mann seit der Kindheit, hier ist er voll in seinem Element. Wenn Florian Blatt als Kind früher mit seiner Mutter Christiane spazieren ging, musste auf dem Weg eine Baustelle liegen: „Sonst hat mich nix nach draußen gelockt.“ Und diese Leidenschaft hat er sich erhalten.



Nun will er noch die Meisterschule besuchen. Sein Arbeitgeber, die Firma Dittgen, wird das unterstützen und ihn anschließend wieder einstellen, denn er muss für die Meisterschule das Saarland erst einmal verlassen. Seine private Leidenschaft sind die Baumaschinen. Als er klein war, spielte Florian mit Baggern, er sammelte Bagger, er lernte Namen von Baggern auswendig, arbeitete in allen Ferien auf Baustellen mit Baggern, und nach dem Abitur auf dem Warndtgymnasium gab’s nur ein Ziel: den Straßenbau! Der Bagger wegen.

Die Baustelle an der Wilhelm-Heinrich-Brücke beschäftigt ihn nun schon Monate: „Es ist aber ein besonderes Projekt, weil es für Saarbrücken so wichtig ist“, sagt Florian Blatt. Passanten hätten die Arbeiter zum Teil beschimpft, andere hätten die saubere Ausführung gelobt. Über die positiven Stimmen freue man sich besonders, die negativen hänge man nicht zu hoch, denn die Menschen würden sich über die Staus ärgern, nicht über die Arbeiter persönlich, sagt er.

Nach dem Meisterbrief will Blatt am Bau bleiben. Ein Studium strebt der junge Mann nicht mehr an. Er will den Kontakt zu den Baumaschinen nicht verlieren, seine Leidenschaft ist die Arbeit am Bau – mittendrin statt nur dabei.