Gespräch über Politik und Persönliches: Tobias Hans auf Tuchfühlung mit Schülern

Gespräch über Politik und Persönliches : Tobias Hans auf Tuchfühlung mit Schülern

Völklinger Schüler hatten den neuen Ministerpräsidenten persönlich eingeladen. Und Tobias Hans kam tatsächlich eine Stunde lang ans Berufsbildungszentrum.

Gespannt erwarten die Zwölftklässler des Berufsbildungszentrums (BBZ) Völklingen ihren prominenten Gast. Auf Einladung der Schüler besucht der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) das berufliche Oberstufengymnasium der Fachrichtung Technik. Moderatorin Angelina verrät, dass sie ein bisschen aufgeregt ist. „Das macht man nicht jeden Tag“, sagt Samuel. Gemeinsam mit Kollegin Kardelen leiten die beiden Schüler die Diskussion.

Nach seiner Ankunft wird der Politiker zunächst gebeten, sich vorzustellen. Die jungen Leute erfahren, dass er 40 Jahre alt und verheiratet ist. „Wir erwarten Zwillinge“, verrät Hans. Er und seine Frau besitzen Pferde und zwei Traktoren. Wenn sich Gelegenheit bietet, joggt der Landesvater. Doch seine Freizeit ist knapp bemessen. Seit seiner Wahl am 1. März habe er nur an Ostern drei freie Tage gehabt. „Es macht Freude“, sagt der Besucher mit Blick auf seinen „intensiven Job“. Hans berichtet, dass er fließend Englisch spricht. Sein Schulfranzösisch reiche allerdings nur zum Zuhören.

Und wie ist der erste Eindruck vom Berufsbildungszentrum? Der Politiker lobt das motivierte Kollegium, spricht von einer sehr engagierten Schule. Aber auch der „enorme Sanierungsstau“ ist ihm nicht verborgen geblieben. Baulich sei die Schule in keinem guten Zustand. Das Oberstufengymnasium, betont Hans, sei eine „sehr wichtige Einrichtung“.

Der Regierungschef erklärt verständlich und beantwortet jede Frage. Im Politik- und Geschichtsunterricht haben sich die Schüler gut vorbereitet. Sie hören aufmerksam zu, haken nach. Fehler in Abiturprüfungsaufgaben, zu volle Lehrpläne und schlechte Straßen sind ihnen ein Dorn im Auge. Die Bandbreite der diskutierten Themen reicht von der Bildungspolitik über die Digitalisierung bis zur Tourismusförderung.

Der Dieselskandal beschäftigt die jungen Leute ebenfalls. Hans ist gegen pauschale Fahrverbote. Auch nach der Zukunft des Kernkraftwerks in Cattenom wird gefragt. „Ich wünschte, ich könnte das direkt beeinflussen“, betont der Gast. Atomkraft hält der Politiker für gefährlich und unbeherrschbar. Er macht aber deutlich: Über Cattenom entscheidet der französische Staat.

„Ich danke euch, es war eine total gute Diskussion“, sagt der Ministerpräsident nach rund einer Stunde. Die jungen Leuten sind ebenfalls zufrieden. Sie revanchieren sich mit freundlichem Applaus. Nach dem Gruppenfoto verabschiedet sich Tobias Hans mit Handschlag von den Moderatoren. Natürlich und sympathisch habe er gewirkt, sagt Samuel. „Er war richtig locker“, bestätigt Kardelen. Deshalb habe sich ihre Aufregung schnell gelegt.

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