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Titania spielt erstes Stück auf Saarländisch

Titania spielt erstes Stück auf Saarländisch

Temporeich war der Abend im Alten Rathaus, gestaltet von Schauspielern der Theatergruppe Titania. Das Programm prall an Zitaten, Lesungen und Musik. Und so soll es in der aktuellen Spielzeit weiter gehen.

"Der Abend wird zweigeteilt sein: Im ersten Abschnitt geben unsere neuen Schauspieler ihr Bühnendebüt. Im zweiten Teil geht es weiter mit einem Rückblick auf unser Stück ?Schaum?", stellte Jürgen Reitz, Regisseur und Schauspieler , das Programm am vergangenen Freitag im Festsaal des Alten Rathauses vor. Ob Heinz-Erhardts Frage: "Was gibt es alles im Theater?" ("Intriganten!") oder Spaniens führende Kupplerin ("Don Giovanni", in der Version von Max Frisch ), die eine Dirne der Verliebtheit beschuldigt, die sechs Titania-Debütanten unternahmen einen Streifzug durch alle Unterhaltungsgenres. Auch Märchenfreunde kamen bei Friedhelm Kändlers "Dornröschen" auf ihre Kosten, ebenso Anhänger der griechischen Mythologie bei Elektras Monolog ("Die Fliegen", Jean-Paul Sartre ). Ein Höhepunkt auch die saarländische Version von Karl Valentins "Aquarium". Einen Abschluss fanden die Monologe in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan". Ein wirklich gelungener Auftakt für die Spielzeit 2016.

Und weiter ging es mit Teil zwei: Eine Rückerinnerung an Boris Vians "Schaum" aus der Spielzeit 2015 führte mit Geschichte und Chansons nach Frankreich. Reitz las die Geschichte um zwei junge Paare, die miteinander vertraut, aber dennoch durch seltsame Bande verstrickt sind. Peter Hahn begleitete am Klavier - mal fröhlich bis heiter, mal ernst, dann wieder voller Leben, "Schaum der Tage" zeigte sich musikalisch und szenisch sehr abwechslungsreich und machte dem Publikum hörbar Spaß.

Freuen, das verriet Reitz noch, kann sich das Publikum in der aktuellen Spielzeit unter anderem wieder auf Mankells "Ein Herbstabend vor der Stille", im Februar werden zwei Vorstellungen stattfinden. Mit einer "Märchenerzähler-Castingshow" wird Titania aufwarten, in der es um "Menschen, Märchen, Moritaten" gehen wird. Die Kinder- und Jugendabteilung stellt im März und April ein Stück über Anne Frank vor, in dem es um die Erkenntnis gehen wird, dass sie ein besonderes Talent zum Glücklichsein hatte. Mundart-Fans werden ihre Freude haben mit "Pension Schöller" von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, das Stück wird auf Saarländisch aufgeführt.