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Kolumne
Resi hatte viel Geduld

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wer seinerzeit seine Resi mit dem Traktor abholen wollte, brauchte schon viel Geduld. Und eine verständnisvolle Gefährtin. Denn Traktoren von früher brachten es auf höchstens 25 Kilometer pro Stunde. Von Bernhard Geber

Doch noch heute gibt es Menschen, die solche Gefährte liebevoll hegen und pflegen. Und denen kaum ein Weg mit ihnen zu weit ist. Sie nehmen stundenlange Fahrten auf sich, um ihre knatternden, rauchenden und auf Hochglanz polierten Schätzchen vorzuführen. Dutzende von ihnen werden auch wieder inmitten chromblitzender Karossen beim Oldtimerkorso zum verkaufsoffenen Sonntag am 21. Oktober in Völklingen auftauchen.


Solche Traktoren galten früher als der Schrecken der Landstraße. Autoschlangen hinter ihnen waren an der Regel. Wer in einem Autochen wie dem DKW Junior saß, musste schon das Gaspedal bis zum Bodenblech durchtreten, um eine Chance zum Überholen zu haben. Wobei das Zweitakt-Gemisch nur so aus dem Auspuff qualmte. Autos der Neuzeit haben weit mehr Puste unter der Haube.

Aber der Tag kann kommen, wo es zwischen Lauterbach und der Innenstadt, Völklingen und Heusweiler tatsächlich nur noch im Traktor-Tempo voran geht. Dann, wenn sich wirklich die im Verkehrsentwicklungsplan enthaltene Tendenz durchsetzt, nahezu flächendeckend im gesamten Stadtgebiet Tempo 30 einzuführen. Wobei dann auf die Berufstätigen nicht eine verständnisvolle Resi, sondern ein resoluter Chef und immer ungeduldiger werdende Kunden warten.



Übrigens: Moderne Traktoren bringen es schon locker auf 50 Stundenkilometer. Die sollte man doch zunächst mal überall innerorts durchsetzen, bevor man weitere Tempo-30-Zonen eröffnet. Bereits jetzt ist die Stadt nicht in der Lage, effektiv zu kontrollieren.