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Breitband-Ausbau
Telekom verlegt 38 Kilometer Glasfaserkabel

Bei der Präsentation: (v. l.) Bruno Stolz, Michael Alt, Christoph Goecke, Oberbürgermeister Klaus Lorig und Frederic Keller.
Bei der Präsentation: (v. l.) Bruno Stolz, Michael Alt, Christoph Goecke, Oberbürgermeister Klaus Lorig und Frederic Keller. FOTO: Uwe Grieger / Stadt Völklingen
Völklingen. Die Telekom ersetzt ihre alten Kupferkabel durch Glasfaser. 16 500 Völklinger Haushalte sollen so schnelleres Internet erhalten. Von Andreas Lang

Die Datenautobahn wird schneller – und schon in wenigen Monaten können auch 16 500 Völklinger Haushalte schneller mehr Daten aus dem weltweiten Netz saugen oder eigene Daten ins Web einspeisen. Die Telekom hat nämlich damit begonnen, schnelle Internetanschlüsse in der Mittelstadt auszubauen. Insgesamt stellt das Unternehmen in allen Stadtteilen insgesamt 52 Verteiler mit moderner Technik  auf und verlegt 38 Kilometer Glasfaserkabel, von denen nur 15 Kilometer Strang im Tiefbau verlegt werden müssen.


Am Montagnachmittag setzten die wichtigsten Beteiligten deshalb am Neuen Rathaus mit Blick auf die Stadtwerke symbolisch die Spaten an und posierten zum offiziellen Fototermin mit einem mehradrigen Kabelstrang. Vom magentafarbenen Kommunikationsdienstleister waren Regio-Manager Bruno Stolz und Planungs-Fachreferent Frederic Keller dabei, außerdem Christoph Goecke als Diplom-Ingenieur der beauftragen Baufirma Klenk Asbach und Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) mit Verwaltungsmitarbeiter Martin Alt.

Die Tiefbauarbeiten werden vermutlich kaum auffallen. Vor allem  dort, wo die Arbeiter die Stränge in der modernen Bohrtechnik im Untergrund verlegen können. Hier und da, so hieße es, sei es aber auch notwendig, Gräben zu ziehen. 23 Kilometer Glasfaser sind wohl völlig unproblematisch zu verlegen, in diesen Bereichen nutzt die Telekom bereits bestehende Versorgungsstränge. Stolz: „Die Planungen sind beendet, jetzt wird gegraben. Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten und gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten vor.“ Wo immer das möglich sei, würden diese Arbeiten mit anderen Tiefbaumaßnahmen koordiniert: „Weil die Bundesnetzagentur und EgoSaar uns aber einen engen Zeitrahmen stecken, ist das nicht überall möglich.“

Im neuen Netz seien dann Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich, wirbt das Unternehmen. Das gelte auch für Musik- und Videostreaming oder das Speichern in virtuellen Datenwolken (Cloud). Für das Herunterladen von Daten aus dem Netz sollen bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung stehen, beim Hochladen 40 Mbit/s. Wie Stolz informiert, erfordert das hohe Datentempo hohe Kosten: 70 000 Euro kostet das Verlegen der Glasfaserkabel je Kilometer.

„Die Deutsche Telekom wertet mit der geplanten Investition nicht nur unsere Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf“, kommentiert Oberbürgermeister Lorig das Projekt. Denn: „Ein schneller Internetanschluss gehört heute zu den wichtigsten Forderungen, die von jungen Familien und mittelständischen Unternehmen an die Politik gestellt werden.“



Und so wird das Internet schneller: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das bestehende Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt nicht nur wegen seiner Leitfähigkeit für größere Geschwindigkeit. Im Gegensatz zur Metallleitung entstehen keine Magnetfelder, die den Datenstrom verlangsamen, wie Stolz erläutert. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen umgebaut, die großen grauen Kästen am Straßenrand werden so zu kleinen Vermittlungsstellen. Im Inneren der Kästen werden aus dem Netz ankommende Lichtsignale von der Glasfaser in elektrische Signale umgewandelt, die auf der restlichen, noch aus Kupferleitung bestehenden Wegstrecke zwischen Verteiler und Hausanschluss transportiert werden können.

Bis Mitte April soll alles erledigt sein. Und da der Telekom-Mitbewerber Inexio weitere Völklinger Gebiete mit schnellem Internet versorgt, entsteht in der Stadt schließlich ein lückenloses Hochgeschwindigkeitsnetz.