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Tauben sollen über falschen Eiern brüten

Tauben sollen über falschen Eiern brüten

Völklingen. Gemeinsam mit Tierschützern rund um den Völklinger Andreas Goldschmidt will sich Oberbürgermeister Klaus Lorig auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Taubenhaus in der Innenstadt machen

Völklingen. Gemeinsam mit Tierschützern rund um den Völklinger Andreas Goldschmidt will sich Oberbürgermeister Klaus Lorig auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Taubenhaus in der Innenstadt machen. Die Tierschützer wollen mit der Einrichtung dem "Tauben-elend" ein Ende bereiten, während die Stadtverwaltung laut Lorig vor allem "die Population eindämmen" will. Dies soll geschehen, indem die Tierschützer unauffällig Eier gegen Gips-attrappen austauschen.Die Idee mit dem zentralen Taubenhaus ist in Völklingen bereits seit Jahren verfolgt worden. Die Umsetzung scheiterte laut Lorig bisher vor allem daran, dass sich keine ehrenamtlichen Kräfte für die Betreuung fanden. Dies soll nun anders werden, nachdem Goldschmidt mit seinen Freunden auf den Plan getreten ist. Der Völklinger ist bereits durch seinen Einsatz für die Siedlergemeinschaft am Sonnenhügel und durch Tierschutz-Aktionen (zum Beispiel für die Rettung der weltweit bedrohten Mondbären) bekannt geworden. Nun will er eine Arbeitsgruppe "Stadttaubenhilfe" gründen.Der Standort für das Taubenhaus sollte sich laut Lorig auf einem hoch stehenden Gebäude befinden, das bereits in der jetzigen Flugrichtung der Stadttauben liege. Zudem müsse ausgeschlossen sein, dass die Bevölkerung dann hier massiv belästigt werde. Die Tierschützer haben bereits das wahrscheinliche Umfeld ausgemacht. "Ein Schwarm von rund 120 Tauben hält sich vorwiegend im Bereich Ecke Poststraße/Rathausstraße auf und bevölkert notgedrungen die umliegenden Gebäude", berichtet Goldschmidt.Der Platz Ars-sur-Moselle in der Fußgängerzone mit seiner angrenzenden Bebauung gilt als ein Haupt-Tatort für die Verschmutzung durch Tauben. Lorig hat dort bereits bei einer Ortsbegehung mit dem früheren Umweltminister Stefan Mörsdorf die Möglichkeiten durchdiskutiert. Vergiften, Auslegen von Futter mit dem Inhalt von Anty-Babypillen und ein Einsatz von Falknern wurden angesprochen. Wobei auch Mörsdorf das Taubenhaus mit Unterschieben von Ei-Attrappen für die beste Lösung hielt.Viele andere Dinge sind in Völklingen bereits ausprobiert worden: Anbringen von Schutzgittern; Stachelleisten oder Stachelmatten, und auch Raben-Attrappen. Dies sind Dinge, an die sich die Tauben laut Dieter Füchsle, Geschäftsführer der gemeinnützigen Wonungsgsellschaft in Völklingen, ziemlich schnell gewöhnen: "Die setzen sich dann einfach zwischen die Stacheln und neben die Raben-Figuren, die sie abschrecken sollten." Taubenfüttern ist übrigens in Völklingen bereits seit Jahren per Polizeiverordnung verboten. Bei Verstößen drohen zumindest theoretisch Geldbußen bis zu 5000 Euro.

 Tauben nutzen in der Völklinger Innenstadt trotz Abwehrmaßnahmen jede Gelegenheit zum Brüten, hier ein Nest über einem Hauseingang in der Rathausstraße. Foto: Andreas Goldschmidt
Tauben nutzen in der Völklinger Innenstadt trotz Abwehrmaßnahmen jede Gelegenheit zum Brüten, hier ein Nest über einem Hauseingang in der Rathausstraße. Foto: Andreas Goldschmidt

HintergrundIn der Landeshauptstadt Saarbrücken gab es bereits im vergangenen Jahr drei Taubenhäuser. Zwei befinden sich auf dem Parkdeck am Rathaus und eines im Parkhaus Lampershof. Auch in Saarbrücken haben Tierschützer die Betreuung übernommen. er