| 20:48 Uhr

Tanzen
Tanzen verbindet über Kulturkreise hinweg

Bei den Gruppen siegte das A-Team. Unter dem Dach der Merziger Tanzschule „La Danse“ sind bei dieser Formation Schüler verschiedener Schulen vereint – beispielsweise vom Peter-Wust-Gymnasium Merzig, dem Hochwald-Gymnasium Wadern und der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule Losheim.
Bei den Gruppen siegte das A-Team. Unter dem Dach der Merziger Tanzschule „La Danse“ sind bei dieser Formation Schüler verschiedener Schulen vereint – beispielsweise vom Peter-Wust-Gymnasium Merzig, dem Hochwald-Gymnasium Wadern und der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule Losheim. FOTO: Oliver Morguet
Merzig. Tänzerische Vielfalt von Standard und Latein über Boogie-Woogie und Gardetanz bis zu Hip-Hop sorgte bei den saarländischen Schultanzmeisterschaften für einen abwechslungsreichen Vormittag.

In der Merziger Stadthalle ging es zu wie in einem Bienenstock. Knapp 450 Schüler, vom Erstklässler bis zum Abiturienten, wuselten teilweise wild durcheinander. So viele wie noch nie bei der Meisterschaft. Und keine leichte Aufgabe für die Betreuer und Trainer, da den Überblick zu behalten und ihre Schützlinge rechtzeitig zum Start vollzählig auf die Tanzfläche zu bringen. Besonders gefordert: Daniela Cancemi, die an diesem Vormittag gleich elf Gruppen mit 120 Kinder und Jugendlichen betreute. Die 37-Jährige arbeitet hauptberuflich als Trainerin für Kinder- und Jugendsport mit Schwerpunkt Tanz. Sie hat alle Choreographien selbst erarbeitet.


„Eine Herausforderung liegt darin, dass ich für jede Arbeitsgemeinschaft nur 40 bis 45 Minuten Zeit fürs Training habe. Zum anderen verarbeite ich in den Stücken verschiedene Musikrichtungen und muss oft verschiedene Kulturen in die Gruppen integrieren“, erklärt Cancemi. So hätten Mädchen mit islamischem Hintergrund häufig Berührungsängste. Sie wollten nicht gerne vor Publikum auftreten und schämten sich auch für manche Bewegung. Diese Scheu und Zurückhaltung konnte Cancemi unter anderem dadurch abbauen, dass sie indische und orientalische Musik verwendet und auch Bewegungsmaterial aus diesen Kulturkreisen in die Stücke eingebaut hat.

Udo Ulrich, Schulsportbeauftragter des Saarländischen Landesverbandes für Tanzsport (SLT), zeigte sich mit der Meisterschaft hochzufrieden: „Die Wertungen werden jetzt digital abgegeben und unmittelbar ausgewertet, das hat den Ablauf wesentlich erleichtert. Die früher oft langen Ausrechnungspausen sind weggefallen, was eine zügige Abwicklung mit so vielen Teilnehmern überhaupt erst ermöglichte.“

Auch von den gezeigten Leistungen war er angetan. „Die Darbietungen waren abwechslungsreich und sehr ansprechend. Darüber hinaus haben die Schultanzmeisterschaften gezeigt, dass sie Menschen zusammenführen. Es haben Schülerinnen und Schüler anderer Kulturkreise ebenso teilgenommen wie Behinderte von Förderschulen, so dass es eine Veranstaltung für alle war“, sagte Ulrich.

Zum wiederholten Mal war Albert Polch als Wertungsrichter im Einsatz. Er erklärte: „Ich war schon beeindruckt, wie sich diese Veranstaltung entwickelt hat. Zum einen, was die Teilnehmerzahlen anbelangt, zum anderen, was da geboten wurde: große tänzerische Vielfalt auf hohem Niveau!“ Dort liege aber auch ein Problem, weil die verschiedenen Stile innerhalb einer Kategorie oft nur schwer miteinander vergleichbar seien. „Die Veranstaltung hat aber zweifellos Potenzial. Ich hoffe, dass der Aufwärtstrend anhält und freue mich schon aufs nächste Mal“, sagte Polch.



Alle Ergebnisse im Internet unter www.tanzen-slt.de