Fußball : SV Röchling peilt den Aufstieg an

Nach einem durchwachsenen Auftakt hat sich der Klub gefangen und eine gute Perspektive für die Rückrunde.

Hinter den Oberliga-Fußballern des SV Röchling Völklingen liegt ein gelungenes Halbjahr nach dem sofortigen Abstieg aus der Regionalliga: Nach dem Abstecher in Liga vier konnte die Mannschaft um Trainer Günter Erhardt im Kern gehalten werden. Zudem kamen mit der Verpflichtung von Mittelfeldarbeiter Julian Kern und Angreifer Maziar Namavizadeh zwei echte Glücksgriffe. Nach einem 0:3-Fehlstart bei Saar-Rivale Hertha Wiesbach kam der SVR immer besser auf Touren: „Wir hatten in der Vorbereitung viel Verletzungspech. Das trug dazu bei, dass es anfangs holprig lief und uns die Konstanz etwas abhanden kam“, sagt Erhardt, der mit dem Jahresendspurt seiner Elf dann umso zufriedener sein konnte: „Hinten raus haben wir gut gepunktet. Das lässt uns jetzt alle Optionen für die Rückrunde“ – also auch die Chance, wie 2017 erneut den Regionalliga-Aufstieg zu schaffen.

Als Tabellenzweiter mit 38 Punkten aus 19 Partien liegt der SVR zur Winterpause nur vier Zähler hinter Spitzenreiter RW Koblenz, der zwischenzeitlich schon auf zehn Punkte enteilt war. „Ich denke, dass der aktuelle Kader das Potenzial besitzt, um bis zum Schluss vorne mitzuspielen“, sagt Erhardt. Winterneuzugänge hält er daher nicht unbedingt für nötig, auch wenn er „mit der Einstellung des einen oder anderen nicht zufrieden“ war, ohne Namen zu nennen.

Es spricht viel dafür, dass die Liaison angesichts der Entwicklung, die nach Erhardts Übernahme Anfang 2014, als der Verein in akuter Abstiegsnot steckte, eingesetzt hat, noch weiter anhält. Gespräche über eine Verlängerung habe es noch nicht gegeben, sagt der Trainer zwar. Andererseits preist er die sportliche Situation als gut wie selten zuvor an: „Wir sind einer der besten reinen Amateurvereine im Südwesten Deutschlands“, betont der 58-Jährige. Den Regionalliga-Abstecher habe der Klub sehr gut verkraftet, sagt der Ex-Vorsitzende und aktuelle Geschäftsführer Wolfgang Brenner: „Das hat nicht dazu geführt, dass sich ernsthafte Einschnitte ergeben haben. Das zeigt ja die Tatsache, dass wir die Mannschaft größtenteils halten konnten. Es ist uns gelungen, die Ausgaben in der Oberliga anzupassen, weil die Einnahmen im Vergleich zur vierten Liga natürlich geringer sind. So hatten wir Spielraum, um uns etwa mit Namavizadeh gut zu verstärken“, so Brenner.

Der Geschäftsführer betont, der Verein sei weiter nicht auf Rosen gebettet, dank der Hilfe treuer Sponsoren und neuer Partner aber in einer durchaus guten finanziellen Situation. „Wir haben keinen Großsponsor, der bei Bedarf die Schatulle öffnet. Wir müssen um alles kämpfen und auch Ideen entwickeln, um neue Gelder zu erschließen oder Einsparungen vorzunehmen. Aber das gelingt uns ganz gut“, sagt Brenner. Eine Einnahmequelle ist unter anderem das eigene Hallenturnier vom 11. bis 13. Januar in der Hermann-Neuberger-Halle, bei dem 34 Teams mitmischen. Eine weitere Idee wird dann beim 26. Ruhland-Kallenborn-Cup umgesetzt, denn es sind eine Autoausstellung und andere Rahmenprogrammpunkte in den Völklinger Budenzauber integriert. Dass der SVR ob der vielen Gäste auch viele Verpflichtungen bei anderen Hallenturnieren einging, ist Trainer Erhardt durchaus ein Dorn im Auge – schließlich besitze die Feldrunde nach dem guten Abschneiden umso mehr Priorität: „Die fielen Turnierverpflichtungen gefallen mir gar nicht. Die Verletzungsgefahr in der Halle ist groß, wir werden daher öfter rotieren als zuletzt“, sagt Erhardt, der mit dem SVR ja sogar Masters-Titelverteidiger ist. Für die Oberliga-Restrunde erwartet er „ein enges Rennen. Es gibt einige Aufstiegs-Kandidaten, die alle mehr oder weniger ähnliche Voraussetzungen haben. Der Rückrundenstart wird da sicher ganz entscheidend sein“, so der Trainer. Der Auftakt steht am 16. Februar bei Aufsteiger TSV Emmelshausen an – es könnte der Start zu einer möglichen Wiederholung der Ereignisse von vor anderthalb Jahren sein, als Völklingen als Vizemeister den Sprung nach oben vollzog: „Machbar ist das schon – und sportlich werden wir alle alles versuchen, um das Optimum rauszuholen“, sagt Erhardt.

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