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Strukturwandel braucht Courage, zum Beispiel in Luisenthal

Kommentar : Kleinmut schafft Verlierer

Mehr als zwei Jahrhunderte lang hat Kohlebergbau die deutsch-französische Grenzregion geprägt. Vom Landschaftsbild bis zum sozialen Leben, von den Industriebauten bis zum Denken und Fühlen der Menschen.

Jetzt ist der Bergbau Geschichte. Und es gilt, aus dem, was vom Vergangenen blieb, Neues, in die Zukunft Weisendes zu machen. Doch beim Thema Strukturwandel stellt sich die Landesregierung taub und blind.

Was bedeutet der schöne Titel „Premium-Standort“? Nichts, solange er nur ein Wort ist. Gebäude verfallen, wenn man sie nicht nutzt, mögen sie auch Denkmäler sein. Menschen wenden sich ab von Orten, die zwar wichtig sind, aber keine erkennbare Zuwendung erfahren. „Premium“ hin oder her – ohne Taten, ohne handfeste Förderung sterben Orte wie Luisenthal einfach an Vernachlässigung.

Gewiss, das Saarland steht unter der Knute der Schuldenbremse. Doch Kleinmut und Pfennigfuchserei sind die falschen Ratgeber, wenn es darum geht, Strukturwandel zu bewältigen. Gewiss, Industriebrachen und Industriekultur sind schwierige, spröde Themen. Aber man kann es auch anders sagen: Sie sind fordernd. Herausfordernd. Solange das Land sich vor dieser Herausforderung wegduckt, statt sie mit Courage und großem Denken anzunehmen, wird es Verlierer sein. Und die Menschen vor Ort zu Verlierern machen.