| 20:28 Uhr

Völklinger Sicherheitsbeirats-Chef rügt Politiker
Streit um den kurzen Radweg dauert an

Der aktuelle Streitgegenstand, hier gesehen in Richtung Karl-Janssen-Straße.  r
Der aktuelle Streitgegenstand, hier gesehen in Richtung Karl-Janssen-Straße. r FOTO: Bernhard Geber
Völklingen. (er) Wie bereits berichtet, schlägt derzeit eine ungewöhnliche Straßenmarkierung in Völk­lingen Wellen. Sie findet sich seit einigen Tagen an der Ecke Hofstattstraße/Karl-Janssen-Straße direkt beim ehemaligen Residenz-Kino. Rund zehn Meter lang ist diese als Radweg gekennzeichnete Strecke, die abrupt mit einem Knick an einer Pflanzinsel in der Hofstattstraße beginnt und mit einem auf den Boden gemalten „Vorfahrt-Gewähren“-Schild an der Einmündung zur Karl-Janssen-Straße endet.

(er) Wie bereits berichtet, schlägt derzeit eine ungewöhnliche Straßenmarkierung in Völk­lingen Wellen. Sie findet sich seit einigen Tagen an der Ecke Hofstattstraße/Karl-Janssen-Straße direkt beim ehemaligen Residenz-Kino. Rund zehn Meter lang ist diese als Radweg gekennzeichnete Strecke, die abrupt mit einem Knick an einer Pflanzinsel in der Hofstattstraße beginnt und mit einem auf den Boden gemalten „Vorfahrt-Gewähren“-Schild an der Einmündung zur Karl-Janssen-Straße endet.


Nach den Kritikern haben sich nun auch Befürworter dieser Maßnahme zu Wort gemeldet. Werner Michaltzik, Vorsitzender des Sicherheitsbeirates und früherer Polizeichef in Völklingen, kontert mit den Worten: „Dass ein Stadtratsmitglied in seiner Häme so wenig Herz und Verständnis für die Interessen der Pedalritter in unserer Stadt zeigt, sorgt beim Sicherheitsbeirat für Befremden.“ Michaltzik erwähnt in seiner schriftlichen Stellungnahme nicht, ob damit nun Kevin Frank (CDU) oder Paul Ganster (Linke) gemeint war.

Oder Wolfried Willeke, der verkehrspolitische Sprecher der SPD, der mittteilte, dass auch er schon „diesen Radweg bewundert“ habe. „Aber vielleicht“, so Willeke ironisch, sei „dies ein innovativer Versuch, die Autofahrer vom Parken an dieser Stelle abzuhalten.“ Willeke trug einen Tag später nach: „Fairerweise muss man dazu sagen, dass in der Hofstattstraße ein Schild steht, das das Radfahren auf dem Bürgersteig freigibt, was allerdings nichts daran ändert, dass die Beschilderung weder gut noch ausreichend ist.“ Wobei zu  ergänzen ist, dass besagtes Schild im letzten Straßenabschnitt vor besagtem „Radweg“ mitten auf dem Bürgersteig steht – an einer Stelle, die so schmal ist, dass Mütter mit Kinderwagen oder Menschen im Rollstuhl wohl auf die Straße ausweichen müssen.



Zurück zu Werner Michaltzik. Dieser bekennt sich in seiner Erklärung zur Urheberschaft: Der Sicherheitsbeirat habe hier sehr eng mit den Vertretern der Fachbereiche im Rathaus und der Polizei zusammengearbeitet und die nun erkennbaren Verbesserungen erarbeitet. Die gefundenen Beschilderungen und Markierungen entsprächen den Vorschriften. Ansonsten: „Dem Sicherheitsbeirat wäre eine gerade Führung noch lieber gewesen, dafür hätte man aber einen Baum opfern müssen. Die durch diese Pflanzinsel notwendige Markierung sollte man deshalb nicht unnötig kritisieren.“ Und weiter: „Die Radfahrer/-innen  werden für die Verbesserungen dankbar sein. Fahrwege aus der nördlichen und westlichen Innenstadt zum Leinpfad werden wesentlich verkürzt, auch in der Gegenrichtung ergeben sich Vorteile bei Strecke und Sicherheit.“

Thomas Fläschner, Landessprecher des Alllgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), hält die jetzige Regelung in der Hofstattstraße zumindest „nicht für schlecht“. Alllerdings, so Fläschner, hätten er und auch der Völklinger ADFC-Sprecher Hans Holderbaum lieber eine „einfachere Lösung“ gesehen. Die Hofstattstraße, in diesem Bereich verkehrsberuhigt, hätte in diesem Bereich „durch Anbringung von wenigen Schildern für den Gegenverkehr freigeben werden können“, so Fläschner. Die Straße sei ausreichend breit, und der Radverkehr könne problemlos über die Fahrbahn geführt werden. Die Führung über den Gehweg sei die zweitbeste Lösung, aber immerhin erspare sie den Radfahrern Umwege. Und : „Außerdem kann so die stark mit Autoverkehr belastete Karl-Janssen-Straße umgangen werden.“ Allerdings: Am Ende dieser Strecke wird der Radfaher dann doch wieder an der Karl-Janssen-Straße stehen.